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Ölpreis und Konjunktur

Inflation bis 2021 gedrückt

Spritpreise halten Inflation niedrig

Die Teuerung in Österreich wird durch günstigere Ölpreise und eine schwächere Konjunktur von 2,1 Prozent bis zum Jahr 2021 auf 1,9 Prozent sinken, nimmt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) an. Deren Angaben beziehen sich auf die für Euroraum-Vergleiche errechnete HVPI-Rate Österreichs. Allerdings treibt das Lohnstückkostenwachstum die Kerninflation über die HVPI-Rate hinaus.

Zuletzt - im November - lag die HVPI-Inflationsrate in Österreich bei 2,3 Prozent, wobei dämpfende Effekte der Rohstoffpreise und gegenläufige Effekte der inländischen Nachfrage- und Arbeitskostenentwicklung einander die Waage gehalten hätten, so die OeNB am Freitag. Die Kerninflation (HVPI ohne Energie und Nahrungsmittel) habe solcherart im November 1,8 Prozent erreicht "und liegt damit derzeit deutlich unter der HVPI-Inflationsrate", so die Ökonomen der Notenbank. Die Dezember- und Ganzjahresdaten werden von der Statistik Austria am 17. Jänner veröffentlicht.

Verbesserte Situation am Arbeitsmarkt

Der für die nächsten Jahre prognostizierte Rückgang der Teuerung - von 2,1 Prozent 2018/19 auf 2,0 Prozent 2020 und dann 1,9 Prozent 2021 - basiere auf der Erwartung niedrigerer Preissteigerungen bei Energie und Nahrungsmitteln, so die OeNB, wobei ab 2020 auch die Abschwächung der konjunkturellen Dynamik zu einer sinkenden Inflationsrate beitragen werde.

Die verbesserte Arbeitsmarktsituation führe allerdings zu einer erheblichen Beschleunigung des Lohnstückkostenwachstums, weshalb die Kerninflation 2019 bis 2021 über der HVPI-Rate liegen werde, betont die OeNB. Die Kernrate werde sich 2019 voraussichtlich auf 2,2 Prozent beschleunigen und 2020 auf diesem Niveau einpendeln. Das sei vor allem auf das bis Ende 2019 noch ansteigende Lohnstückkostenwachstum sowie das ungetrübte Konsumentenvertrauen zurückzuführen. Erst 2021 sei mit einer Abschwächung der Kerninflationsrate auf 2,0 Prozent zu rechnen, heißt es in der neuen vierteljährlichen OeNB-Publikation "Inflation aktuell".

Üblicherweise hohe Treffgenauigkeit

Gegenüber der OeNB-Prognose vom September wurde die HVPI-Prognose für 2018 und 2019 nun um 0,1 Prozentpunkte nach unten revidiert. Für 2020 wurde die Vorhersage bei 2,0 Prozent belassen. Die Abwärtsrevision gehe auf die niedrigeren Annahmen bezüglich der auf Terminnotierungen basierenden Rohölpreise zurück, orientiert an Annahmen von Fachleuten des Eurosystems. Die in den ersten drei Quartalen 2018 stark gestiegenen Rohölpreise hätten sich ab Anfang Oktober wieder deutlich zurückgebildet, heißt es zur Erklärung - durch die schwächere globale Nachfrage aufgrund der Abschwächung der konjunkturellen Dynamik in den Industrieländern sowie die wachsende Rohölproduktion (vor allem Saudi Arabiens, Russlands und der USA).

Die OeNB-Inflationsprognosen weisen üblicherweise eine hohe Treffgenauigkeit auf. Das ergibt der Vergleich der Vorhersagen der Notenbank-Ökonomen mit jenen von Consensus Economics (einem Durchschnitt der Österreich-Prognosen von Forschungsinstitutionen und professionellen Analysten) und jenen des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo). Die Auswertung zeige, dass die OeNB im Vergleich zu Consensus Economics niedrigere Prognosefehler aufweise. Doch auch das Wifo liegt demzufolge sehr gut, denn "im Vergleich zum Wifo gibt es keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Treffgenauigkeit", hieß es am Freitag in der OeNB-Aussendung.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.06.2019 um 08:25 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/oelpreis-und-konjunktur-inflation-bis-2021-gedrueckt-63913345

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