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Österreicher nicht auf Zigaretten-Schockbild zu sehen

Streit um Schockbild auf Tschickpackung Salzburg24
Streit um Schockbild auf Tschickpackung

Im Fall eines verstorbenen Niederösterreichers, der laut Überzeugung seiner Frau auf einem der neuen Schockbilder auf Zigarettenpackungen zu sehen ist, hat sich Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) in einer Parlamentarischen Anfragebeantwortung um Aufklärung bemüht. Das Ministerium gab an, der Witwe bereits im April bestätigt zu haben, dass auf den Bildern nicht ihr Mann zu sehen ist.

Die Frau sei sich aber "tausendprozentig sicher", dass es sich bei dem Abgebildeten, der an Schläuchen in einem Krankenhausbett liegt, um ihren Mann handelt, der 2014 im Wiener AKH wegen eines Gehirntumors behandelt wurde. Das erklärte die Niederösterreicherin im Juni. Es sei ein Schock gewesen, als sie das Bild eines Tages im Großformat im Fernsehen gesehen hat. Mit einer Unterlassungsklage versuchte sie, gegen die weitere Verbreitung des Fotos vorzugehen.

Mann auf Zigaretten-Schockbild sei Schauspieler

Ein Sprecher der EU-Kommission versicherte ebenfalls bereits im Juni, der Abgebildete wäre ein Schauspieler, der sich mit der Veröffentlichung einverstanden erklärt hätte. Aus Datenschutzgründen wollte die Kommission die Identität des Schauspielers nicht bekanntgeben. Auch das Wiener AKH schloss damals aus, dass das Foto im AKH aufgenommen wurde. Die abgebildete Ausrüstung wie Defibrillator, Beatmungsschläuche und Wäsche würden "mit Sicherheit nicht verwendet", hieß es in einer Stellungnahme.

Die EU-Kommission, bei der Oberhauser wegen des Bildes vorstellig wurde, bestätigte demnach bereits im April, dass auf dem fraglichen Bild keinesfalls der im AKH behandelte Patient dargestellt ist. Das gab die Ministerin nun in der Parlamentarischen Anfragebeantwortung bekannt. Die Kommission habe "vollständige Kenntnis über die Identität aller Personen, die auf den für Verpackungen von Tabakerzeugnissen verwendeten Bildwarnhinweisen abgebildet sind und besitze auch alle hierfür erforderlichen Einverständniserklärungen der dargestellten Personen", hieß es darin.

Witwe will Belege für Sachverhalt

Der Witwe des verstorbenen Mannes wurde dieser Sachverhalt laut Oberhauser schon im April bescheinigt. Die Rechtsanwaltskanzlei, die die Frau vertritt, gab der EU-Kommission danach in einem Schreiben letztmalig die Möglichkeit, Belege vorzuweisen, aus denen nachweislich hervorgeht, dass es sich bei dem Abgebildeten um eine vom Betreffenden verschiedene Person handelt. Die Anwälte forderten zum Beispiel die Vorlage einer Fotoserie. Ansonsten kündigten sie weitere Schritte an.

Eingebracht wurde in diesem Fall eine Klage beim Handelsgericht, mit der die Unterlassung der Verbreitung der Fotos erwirkt werden soll. Eine Mitarbeiterin der Anwaltskanzlei konnte am Donnerstag zum aktuellen Stand in der Causa keine genauen Auskünfte erteilen. "Von einer Verfahrensbeendigung sind wir weit entfernt", hieß es jedoch.

(APA)

(Quelle: S24)

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