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OÖ-Messerattacke: Bosnische Polizei ließ Verdächtigen laufen

Obwohl sich der Verdächtige bei der Polizei stellen wollte, ist er noch frei. (Themenbild) APA/Gindl/Archiv
Obwohl sich der Verdächtige bei der Polizei stellen wollte, ist er noch frei. (Themenbild)

Ein nach einer Messerattacke in Wels von der Justiz wegen Mordversuchs gesuchter Mann dürfte sich drei Tage nach der Tat in seiner bosnischen Heimat der Polizei gestellt haben. Wie die "Kronen Zeitung" (OÖ-Ausgabe) am Sonntag berichtete, wurde der Verdächtige jedoch wieder laufen gelassen. Die bosnischen Behörden hätten das mit einem fehlenden Haftbefehl aus Österreich gerechtfertigt.

Der gesuchte 36-jährige Linzer hatte am Vormittag des 2. Oktobers seine Ex-Freundin nach einem heftigem Streit in der Welser Innenstadt auf offener Straße niedergestochen. Die 49-Jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Klinikum Wels eingeliefert. Laut "Kronen Zeitung" schwebte die Frau in Lebensgefahr, sei mittlerweile aber über den Berg. Der Messerstecher flüchtete nach der Tat mit dem Auto des Opfers und entkam. Drei Tage später soll er sich dann in einer Polizeistation in der nordbosnischen Stadt Cazin gestellt haben.

Kein Haftbefehl? Verdächtiger darf gehen

Weil kein Haftbefehl vorlag, konnte er aber wieder gehen. "Wir hatten keine Rechtsgrundlage für eine Verhaftung, es gab keinen Haftbefehl", wird das bosnische Innenministerium in der "Kronen Zeitung" zitiert. Man habe dem 36-Jährigen allerdings gesagt, dass er sich zur Verfügung halten und das Land nicht verlassen solle.

Staatsanwaltschaft Wels: "Es gab einen Haftbefehl"

Die Staatsanwaltschaft Wels hat am Sonntag ausgeschlossen, dass nach der Messerattacke vom 2. Oktober kein Haftbefehl gegen den nach Bosnien geflüchteten Verdächtigen vorgelegen ist. "Es gab eine Festnahmeanordnung und einen EU-Haftbefehl", informierte Sprecherin Birgit Ahamer die APA. Es dürfte jedoch im Ermessen der bosnischen Behörden gelegen sein, den Mann festzunehmen oder nicht.

"Er ist nicht in Haft gekommen, muss sich aber für die Polizei an einer bestimmten Adresse zur Verfügung halten. Das hat er auch zugesagt", sagte Ahamer. Der 36-jährige Bosnier hatte sich drei Tage nach der Tat in seiner Heimat gestellt. Nun müsse geklärt werden, ob man einen Auslieferungsantrag stelle oder die bosnische Justiz um eine Übernahme der Strafverfolgung ersuche. "In Österreich läuft ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Mordes. Wird das Verfahren von Bosnien übernommen, wird das dort noch einmal geprüft." Mittlerweile sei den Behörden auch die Einvernahme des Opfers zugestellt worden.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.07.2019 um 07:13 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/ooe-messerattacke-bosnische-polizei-liess-verdaechtigen-laufen-57180526

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