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OPEC hält Öl-Förderziel konstant

Kein Preisschock zu befürchten Salzburg24
Kein Preisschock zu befürchten

Die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) tastet ihre Förderquoten nicht an. Es habe Übereinstimmung zwischen den OPEC-Mitgliedern geherrscht, die Obergrenze unverändert zu lassen, sagten hochrangige OPEC-Delegierte am Freitag nach einem Treffen der Ölminister in Wien. Sie beträgt für die nächsten sechs Monate damit weiter 30 Millionen Barrel (1 Barrel = 159 Liter) am Tag.

Zuletzt hatten sich führende Vertreter des Förderkartells zuversichtlich zu den Perspektiven der Ölproduzenten gezeigt. Der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi sagte, die Entscheidung sei einvernehmlich getroffen worden. Das nächste OPEC-Treffen sei für den 4. Dezember anberaumt worden.

Im vergangenen Jahr hatte ein weltweites Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage die Ölpreise drastisch nach unten gedrückt. Inzwischen haben sie sich wieder auf rund 62 Dollar je Barrel erholt, nachdem es im Jänner noch fast 20 Dollar weniger waren.

Beim vergangenen Treffen Ende November hatten Venezuela und andere Länder noch versucht, Saudi-Arabien von einer Förderdrosselung zu überzeugen. Dies war ihnen aber nicht gelungen. Damit setzte sich eine Gruppe wohlhabender Golfstaaten um Saudi-Arabien durch. Ärmere OPEC-Mitglieder, die durch die Entwicklung schmerzhafte Einbußen im Staatshaushalt spüren, kritisierten dies heftig. Einer der Hauptleidtragenden des niedrigen Ölpreises ist das Nicht-OPEC-Mitglied Russland, das rund 40 Prozent seiner staatlichen Einnahmen aus dem Öl-Export bezieht.

Nordseeöl der Sorte Brent kostete am Freitag 62,48 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit 0,6 Prozent mehr. Der Preis für das US-Öl WTI zog um 1,1 Prozent auf 58,66 Dollar je Barrel an. Einige Investoren hatten wegen der Kämpfe im Nahen Osten und den davon ausgehenden Risiken für den Rohöl-Nachschub auf eine Aufstockung der Fördermengen gesetzt.

"Wir reagieren auf den Markt so, dass wir unseren Marktanteil nicht an weniger effiziente Produzenten verlieren", sagte der katarische Ölminister Mohammed bin Saleh Al Sada mit Blick auf die Schieferöl-Produzenten.  

Bei einem Preis-Niveau von aktuell rund 60 Dollar pro Barrel ist es selbst für einige der zwölf Opec-Länder schwierig, kostendeckend zu produzieren. Manche der Staaten, darunter Venezuela, streben eigentlich einen höheren Preis von mindestens 75 Dollar an. Allerdings fiel der Beschluss zur Fortsetzung der Förderpolitik laut Opec einstimmig.

Es sei wichtig, dass sich die Opec-Staaten auf die neuen Umstände einstellten, sagte Generalsekretär Abdullah Salem El-Badri. "Wir kriegen nicht mehr 100 Dollar. Wir müssen uns den neuen Realitäten anpassen", sagt El-Badri. Von 2007 bis 2015 habe die Opec dank der explodierenden Ölpreise mehr verdient als in den 50 Jahren zuvor.

Die Investitionen in die Ölförderungen seien weltweit angesichts des Preisverfalls deutlich zurückgegangen. Diese Entwicklung müsse sehr genau beobachtet werden, hieß es. In den USA und Kanada waren aufgrund der vergleichsweise niedrigen Ölpreise, die aktuell in etwa halb so hoch sind wie vor einem Jahr, die Fracking-Bohrungen nach Schieferöl auf ein Langzeit-Tief gefallen.

Der Ölpreis werde mittelfristig von der tendenziell günstigen Weltkonjunktur profitieren, sagten die Opec-Sprecher. Gerade in Europa gebe es Anzeichen für eine deutlichere Erholung als erwartet. Für konkrete Gedanken, wie sich ein voller Markteintritt des Opec-Mitglieds Iran nach einer möglichen Einigung im Atomstreit auswirken würde, sei es noch zu früh, sagte El-Badri.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.04.2021 um 05:24 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/opec-haelt-oel-foerderziel-konstant-47383519

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