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Papst will Diakonat für Frauen prüfen lassen

Der Papst lässt wieder einmal mit einem Reformvorschlag aufhorchen Salzburg24
Der Papst lässt wieder einmal mit einem Reformvorschlag aufhorchen

Papst Franziskus will die Zulassung von Frauen zum Amt des Ständigen Diakons prüfen. Im Gespräch mit Ordensoberinnen aus allen Erdteilen sprach der Papst davon, eine Kommission einzurichten, die die Aufgaben der Diakoninnen der frühen Kirche kläre. "Das Diakonat für Frauen ist eine Möglichkeit heute", wurde der Papst von italienischen Medien zitiert.

Die Oberinnen hätten die Frage nach dem Zugang zum Ständigen Diakonat an den Papst herangetragen. Franziskus hatte am Donnerstag 900 Oberinnen aus allen Teilen der Welt im Vatikan empfangen.

Diakone haben in der Kirche zahlreiche Aufgaben, vor allem im sozialen Bereich, der Seelsorge und der Gemeindearbeit. Sie stehen in der katholischen Hierarchie eine Stufe unter dem Priester. Das Diakonat ist ein Weiheamt, die nächsthöheren Stufen sind der Priester und der Bischof. Seit der Erneuerung des Amtes im Zweiten Vatikanischen Konzil in den Sechzigerjahren können auch verheiratete Männer zum Diakon geweiht werden.

Der Kurie treibt Franziskus schon lange den Schweiß auf die Stirn. Kaum ein Thema ist ihm zu heiß, kaum eine seit Jahrhunderten eingefleischte Regel zu unumstößlich. Dabei führt sich der 79-Jährige aber nicht wie ein Alleinherrscher auf, der die Dinge eigenmächtig in die Hand nimmt - der Argentinier delegiert lieber, lässt diskutieren und prüfen, um dann zu einem Schluss zu kommen.

"Wenn es um Frauen geht, dann setzt sich dieser Papst mit ganzem Herzen dafür ein, Hindernisse zu überwinden und gleichzeitig der Kurie, die starken Widerstand leistet, nicht auf die Füße zu treten," zitierte die Nachrichtenagentur Ansa die Historikerin Lucetta Scaraffia, die ein Frauen-Magazin der Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano" leitet. "Alle Verbote für Frauen - auch das Verbot, zu predigen - gehören zum kanonischen Recht, das heißt, sie sind nicht unumstößlich und können sich ändern", fügte sie hinzu.

Der wichtigste Punkt dieser unerwarteten Öffnung sei aber, dass Frauen sich endlich getraut hätten, dem Papst ganz offen unbequeme Fragen zu stellen, weil sie es satt hätten, weiterhin ausgegrenzt zu werden. "Und der Papst hat gesagt: Ihr habt Recht!", so Scaraffia.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.09.2021 um 12:27 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/papst-will-diakonat-fuer-frauen-pruefen-lassen-52057255

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