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"Persönliche Grenzen überschritten": Kern sagt Interview mit oe24.tv ab

Kern (links) hat genug von gewissen Medien. APA/Pfarrhofer
Kern (links) hat genug von gewissen Medien.

Bundeskanzler Christian Kern wurde es zu viel: Die Tageszeitung "Österreich" hatte über Mails eines Ex-SPÖ-Mitarbeiters berichtet, in denen Kern als "Prinzessin" bezeichnet wird und war bei der Veröffentlichung nicht gerade zurückhaltend. Hier findet ihr alles Aktuelle zum aktuellen Wahlkampf.

"Habt's mich gern!" richtete Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) der Tageszeitung "Österreich" Freitag im "Kurier"-Gespräch aus - und strich das im Blatt breit angekündigte "große Interview auf oe24.TV" am Abend aus seinem Terminkalender.

Österreich, Kern und das "peinliche Kanzler-Psychogramm"

Der Grund: Das Blatt habe in den vergangenen Tagen in selbst für Wahlkampfzeiten ungewöhnlicher Weise "persönliche Grenzen überschritten". Also ziehe er eine Grenze, sagte Kern, möglicherweise werden (hieß es auf APA-Nachfrage) noch weitere "Österreich"-Termine gestrichen. Von Kern nicht erwähnt, aber gemeint war die Berichterstattung über Mails eines Ex-SPÖ-Mitarbeiters, der den SPÖ-Chef als "Prinzessin" darstellt und ihm ein Glaskinn unterstellt. Die Zeitung hatte die ihr zugespielten Mails mit dem Attribut "höchst peinliches Kanzler-Psychogramm" veröffentlicht.

Viel Interesse an TV-Duellen

Durchschnittlich 620.000 Politikinteressierte (bei 22 Prozent Marktanteil) verfolgten am Donnerstag die TV-Konfrontation zwischen Kanzler Christian Kern (SPÖ) und NEOS-Chef Matthias Strolz. Das erste ORF-Duell am Montag - zwischen Grün-Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek und FPÖ-Vizeparteichef Norbert Hofer - hatte (bei ebenso 22 Prozent Marktanteil) im Durchschnitt 676.000 Zuseher.

Verbotene Wahlwerbung auf Bahnhöfen?

Ungerecht behandelt fühlt sich die ÖVP - von den früher von SPÖ-Kanzler Christian Kern geführten ÖBB. Denn die SPÖ hat am 4. September in Niederösterreich prominent - u.a. mit Bildungsministerin Sonja Hammerschmid und Landesparteichef Franz Schnabl - und gut sichtbar in roten Jacken (sie veröffentlichte auch viele Fotos) auf Bahnsteigen wahl-geworben. Der ÖVP wurden hingegen, beklagt Freiwilligen-Koordinator Thomas Ritter im "Kurier", einige Aktionen abgedreht. Die ÖBB genehmigen gar keine Verteilaktionen politischer Natur auf ihren Infrastrukturflächen, stellte deren Sprecher Roman Hahslinger klar. Die SPÖ hatte aber gar nicht angefragt - und ist nach eigenen Angaben auch der Aufforderung der Security am Bahnhof St. Pölten nachgekommen, auf Flächen außerhalb auszuweichen.

Das wünschen sich Juristen von der Regierung

Führende Juristen des Landes haben nun auf Initiative der "Wiener Zeitung" ihre Wünsche an die Bundesregierung deponiert. So plädiert der Vorsitzende der Staatsanwälte Gerhard Jarosch etwa dafür, dass man künftig auf Anlassgesetzgebung verzichten möge. Durch die mangelnde Zeit zum Nachdenken bleibe die Qualität auf der Strecke. Der Präsident der Richtervereinigung Werner Zinkl fordert, politische Einflussnahme bei Postenbesetzungen zurückzudrängen. Ein diesbezügliches Modell sei trotz Zusage von Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) bis dato nicht umgesetzt worden. Rechtsanwälte-Chef Rupert Wolff verlangt eine Reduktion der Gerichtsgebühren. Die Justiz dürfe nicht die Cashcow des Finanzministers sein.

Forderungskatalog der Studenten

Auch die Österreichische Hochschülerschaft macht in einem - allen bundesweit kandidierenden Parteien überreichten - Forderungskatalog schon einmal klar, was sie sich vom nächsten Nationalrat und der neuen Regierung erwartet: Zunächst "endlich einen gebührenden Stellenwert" für die Hochschulpolitik - dann ein gemeinsames Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung, Maßnahmen gegen die prekäre soziale Situation vieler Studierender, Inflationsanpassung der Studienbeihilfe, ein leistbares Öffiticket und die Erhöhung der Hochschulquote auf zwei Prozent des BIP. Sehr wichtig ist der ÖH auch ein "Bekenntnis zum freien Hochschulzugang", also der Verzicht auf Zugangsbeschränkungen.

(APA)

Aufgerufen am 17.11.2018 um 08:20 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/persoenliche-grenzen-ueberschritten-kern-sagt-interview-mit-oe24-tv-ab-56939590

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