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Peter Hochegger sagt aus: Karl-Heinz Grasser erhielt Teil der Buwog-Provision

Peter Hochegger belastet Karl-Heinz Grasser schwer. APA/HANS PUNZ/ APA- POOL
Peter Hochegger belastet Karl-Heinz Grasser schwer.

Ex-Lobbyist Peter Hochegger hat Mittwochnachmittag am sechsten Tag des Grasser-Prozesses ausgesagt, er habe erstmals von einem Bankberater erfahren, dass ein Teil der Buwog-Provision an Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser geflossen sei. Ein Bankberater der Hypo Investmentbank Liechtenstein habe ihm im Herbst 2005 zur Weiterleitung der Gelder aus Zypern nach Liechtenstein gesagt, dass ein Teil des Geldes an "Herrn Grasser" fließe.

Die Buwog-Provisionsmillionen kamen zuerst auf eine Briefkastenfirma Hocheggers auf Zypern ("Astropolis"), von dort wurden 80 Prozent auf Wunsch Walter Meischbergers nach Liechtenstein weitergeleitet, schilderte Hochegger. Um das abzuwickeln habe er einen Bankberater in Wien getroffen. Dieser habe ihm einen Zettel gezeigt mit drei Konten - dem Konto Nathalie, das gehöre Meischberger, dem Konto Karin, das gehöre Plech, und dem Konto 400.815, das gehöre "eurem Partner, dem Herrn Grasser", schilderte Hochegger. Er sei dem Bankberater dann ins Wort gefallen und habe gesagt, dieses Gespräch habe es nie gegeben. Der Bankberater habe sehr professionell reagiert und nicht mehr davon gesprochen.

"Ohne Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft"

Später bei einem Besuch auf Ibiza im Jahr 2007 habe ihm Meischberger bei einem Gespräch über die Buwog gesagt, "ohne Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft".

"Ich habe mitgeholfen, dass ein Amtsträger aus einem Geschäft mit der Republik 2,4 Mio. Euro bekommen hat", gestand Hochegger. Er habe in seiner Zeit im Gefängnis Hirtenberg nachgedacht und seinen Fehler erkannt.

"Ohne Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft"./APA/HANS PUNZ/ APA- POOL Salzburg24
"Ohne Karl-Heinz hätten wir das nie geschafft"./APA/HANS PUNZ/ APA- POOL

"Ich war Teil dieses Systems"

"Ich war Teil dieses Systems", sagte Hochegger. "Wenige verschaffen sich durch Insider-Information wirtschaftliche Vorteile" - er meine Vorstände, Aktionäre und Politiker. "Das ist eines der Grundübel, warum sich auf der ganzen Welt so ein Ungleichgewicht ergibt, dass immer wenige immer reicher werden, und die große Masse auf der Strecke bleibt".

Hochegger will "inneren Frieden"

Hochegger nahm auch sich selber nicht aus: Durch sein Netzwerk habe er es zustande gebracht, mit wenig Arbeit, etwa nur mit Telefonaten, große Honorare zu bekommen. Er habe sich dann von seiner Firma trennen müssen, da er ab 2009 "im Kommunikationsgeschäft tot" gewesen sei. Mittlerweile nutze er aber sein erworbenes Wissen um Anderen zu helfen, so kämen in seiner Wahlheimat Brasilien, aber auch in Österreich, immer wieder Menschen auf ihn zu, um ihn nach Rat zu fragen. "Das ist wunderschön, das mache ich gerne." Er sei bald 69 Jahre alt und wolle einen sehr schönen und sehr langen Lebensabend haben, mit innerem Frieden.

(APA)

(Quelle: S24)

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