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Peter Pilz tritt zurück: Krisensitzung bei Liste Pilz

Daniela Holzinger (re.) will ihr Nationalratsmandat annehmen. APA/Archiv
Daniela Holzinger (re.) will ihr Nationalratsmandat annehmen.

Der Klub der Liste Pilz stellt sich öffentlich hinter den Parteigründer: Man sei "an einer möglichst intensiven Kooperation mit Peter Pilz interessiert", hieß es am Samstagnachmittag in einer Aussendung. Die künftigen Abgeordneten halten nach Pilz' Rückzug wegen Belästigungs-Vorwürfen derzeit eine Krisensitzung ab.

Die Sitzung war am Nachmittag zum Zeitpunkt der Aussendung noch im Laufen. Zu Beginn war Pilz selbst zugegen, danach berieten die künftigen Mandatare ohne ihn weiter, sagte der Pilz-Mitstreiter und Ex-Grüne Wolfgang Zinggl der APA.

"Eines ist klar: Es geht weiter mit voller Kraft", versuchte Zinggl Optimismus zu verbreiten. Natürlich sei es "nicht schön", dass Pilz nun aufgrund der Beschuldigungen aufhören habe müssen - ungeachtet dessen werde man nun aber die Wahlversprechen versuchen umzusetzen.

Nun "unbelasteter Start" für Liste Pilz

Man respektiere die Entscheidung des Listengründers, hieß es auch in der Aussendung, seine Entscheidung ermögliche dem Klub einen "unbelasteten Start". Das "politische Ziel", die Liste Pilz als "neue, starke Oppositionskraft gegen Schwarz-Blau zu schwächen", werde "nicht erreicht werden", schrieben die Pilz-Mitstreiter. Man werde "die politische Urheberschaft der Angriffe auf Peter Pilz" aufdecken.

Tatsächlich ist hinsichtlich der Zukunft des Pilz-Projekts ziemlich viel offen. Klar ist zumindest, dass laut Zinggl alle anderen ihre Mandate annehmen und statt Pilz Martha Bißmann als Abgeordnete über die steirische Landesliste nachrücken wird. Wer den Klub anführen wird, ist aber ebenso ungeklärt wie der neue Name der Partei, bestätigte Zinggl. Auch, ob Pilz den Parteivorsitz weiter ausüben will, wissen seine Mitstreiter nicht: "Es ist eine Entscheidung von ihm, wie und ob er uns unterstützt", sagte Zinggl auf eine entsprechende Frage. "Wir sind interessiert daran, dass er uns unterstützt."

Liste Pilz: Mitstreiter von neuen Vorwürfen überrascht

Die frühere SPÖ-Abgeordnete Daniela Holzinger hatte bereits zuvor auf APA-Anfrage schriftlich wissen lassen, dass sie ihr Mandat angenommen habe und sich schon auf eine "gute Zusammenarbeit mit hervorragenden KollegInnen" im Nationalrat freue. Auch Kolba will sein Mandat auf jeden Fall annehmen. Er denke nicht, dass es die Wähler schätzen würden, wenn nun die gesamte "Bewegung" aufgebe, erklärte Kolba. Von den Vorwürfen der damaligen Mitarbeiterin habe er schon vor den aktuellen Medienberichten gewusst. Da er Pilz seine Darstellung glaube, hätte ihn dies "nie und nimmer daran gehindert, für ihn zu kandidieren", erklärte Kolba.

Von den am Samstag aufgetauchten Anschuldigungen im "Falter", wonach Pilz eine junge Frau beim Forum Alpbach begrapscht haben soll, sei er aber "genauso überrascht wie alle anderen". Als Grund dafür, dass die Vorwürfe jetzt an die Öffentlichkeit kamen, vermutet Kolba "Groll" innerhalb der Grünen, die aus dem Parlament geflogen sind. Dass Pilz den Klub von außen weiterhin beraten will, ist für ihn in Ordnung: Selbst wenn der Vorwurf im "Falter" stimmen sollte, wäre Pilz' Ausschluss von jeglicher politischer Tätigkeit "schlicht und einfach übertrieben", findet Kolba.

(APA)

Aufgerufen am 17.11.2018 um 07:17 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/peter-pilz-tritt-zurueck-krisensitzung-bei-liste-pilz-57288238

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