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Piloten drohen der Lufthansa erneut mit Streik

Vorstand lehnte Angebot der Gewerkschaft ab Salzburg24
Vorstand lehnte Angebot der Gewerkschaft ab

Die Piloten der deutschen AUA-Mutter Lufthansa drohen zum Ende der Ferienzeit erneut mit Streik. Der Lufthansa-Vorstand habe am Dienstag ein Angebot der Pilotengewerkschaft zu einem "Bündnis für Wachstum und Beschäftigung" abgelehnt, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit heute, Mittwoch, mit. Die Piloten legten die Lufthansa seit Frühjahr 2014 bereits zwölf Mal lahm.

Im Sommer sah es noch nach einer Einigung zwischen der deutschen AUA-Mutter Lufthansa und den Piloten aus. Doch weil das Unternehmen nicht auf wesentliche Teile seiner Billigstrategie verzichten will, sind wieder Streiks möglich.

Passagiere der Lufthansa müssen sich jedenfalls auf erneute Arbeitsniederlegungen der Piloten einstellen. Deren deutsche Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat heute, Mittwoch, die Gespräche mit dem Unternehmen für gescheitert erklärt. Damit seien nun Streiks wieder jederzeit möglich, sagte VC-Sprecher Markus Wahl, ohne einen konkreten Termin zu nennen. Es wäre der 13. Streik in dem seit Anfang 2014 währenden Tarifkonflikt. Die Gewerkschaft will den Arbeitskampf wie bisher einen Tag zuvor ankündigen.

Nach Darstellung der VC hat die Lufthansa es in einem Spitzengespräch mit Vorstandschef Carsten Spohr abgelehnt, die geplante Verlagerung von Flugzeugen und Arbeitsplätzen ins Ausland für die Zeit der Verhandlungen auszusetzen. Dieser Verzicht sei aber eine der wesentlichen Bedingungen für die Aufnahme der Verhandlungen auch über andere Themen wie die Betriebs- und Übergangspensionen für rund 5.400 Piloten von Lufthansa und Germanwings gewesen. "Ausflaggen ist das genaue Gegenteil eines Bündnisses für Wachstum und Beschäftigung", sagte VC-Sprecher Markus Wahl. "Es wird offensichtlich, dass dieser Konzernvorstand keine gemeinsamen Lösungen anstrebt."

Die VC hatte dem Unternehmen zuletzt nach eigenen Angaben Einsparmöglichkeiten in einem Volumen von rund 500 Mio. Euro angeboten. Neben einem späteren Eintritt in den Vorruhestand sollte innerhalb des Konzerntarifvertrags eine Tarifgruppe für Billigflüge eingeführt werden. "Wenn ein solches Paket von über einer halben Milliarde Euro abgelehnt wird, zeigt sich, dass es Lufthansa nicht um marktgerechte Bedingungen, sondern um Tarifflucht und Auslagerung von Arbeitsplätzen geht", sagte Wahl.

Die Lufthansa bedauerte die erneute Streikdrohung. Man habe nicht das komplette Angebot abgelehnt. Vielmehr sollten die einzelnen Themen in Arbeitsgruppen besprochen werden, zu denen man Terminvorschläge gemacht habe, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit. Lufthansa appellierte an die Gewerkschaft, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. "Potenzielle Arbeitsniederlegungen der Piloten schaden nur den eigenen Kunden, dem Unternehmen und all seinen Mitarbeitern. Allein die Wettbewerber dürften sich darüber freuen", erklärte die Airline.

Anfang August hatte es noch so ausgesehen, als könnten sich beide Seiten einigen. Vor allem bei Konzernchef Spohr wuchs die Hoffnung, den lästigen und teuren Dauer-Tarifstreit endlich beilegen zu können. Allerdings war auch Spohr klar, dass es noch Hindernisse gibt. "Ich freue mich, dass wir wieder reden", sagte der Manager Anfang vergangenen Monats. Die Freude hielt nur kurz.

(Quelle: S24)

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