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Prozess gegen Amokfahrer: Befragung der Zeugen fortgesetzt

Alen R. tötete bei seiner Amokfahrt drei Menschen APA
Alen R. tötete bei seiner Amokfahrt drei Menschen

Der Prozess gegen Alen R. ist am Montag im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Der psychiatrische Sachverständige Peter Hofmann, der überraschend vorgezogen wurde, hat Alen R. eine "paranoide Schizophrenie" bescheinigt. Der Betroffene leide an einer schweren Geisteskrankheit und sei daher nicht zurechnungsfähig.

Dass der 27-Jährige etwas vortäusche, hielt der Gutachter für ausgeschlossen: "Diese Art von Störung kann man nicht spielen", sagte er am fünften Verhandlungstag. R. soll im Juni bei einer Amokfahrt durch Graz drei Menschen getötet und Dutzende verletzt haben. Bezüglich der Zurechnungsfähigkeit von Alen R. waren sich die drei Gutachter nicht einig gewesen. Während Peter Hofmann den Betroffenen für nicht zurechnungsfähig hielt, war sein Kollege Manfred Walzl anderer Meinung und stufte ihn als zurechnungsfähig ein. Ein dritter Sachverständiger, Jürgen Müller, schloss sich Hofmanns Meinung an.

Gutachter-Diagnose: "Paranoide Schizophrenie"

Eigentlich waren die Erläuterungen der Gutachten erst ab Dienstagnachmittag geplant gewesen, doch Richter Andreas Rom nütze eine Lücke zwischen den Zeugenbefragungen und begann mit den Sachverständigen. Peter Hofmann blieb bei seiner Diagnose "paranoide Schizophrenie". Seiner Meinung nach leide der 27-Jährige deswegen an Verfolgswahn und habe auch Halluzinationen. R. hatte immer wieder angegeben, man habe ihn töten wollen und er habe Schüsse gehört, bevor er durch die Innenstadt gerast war.

Amokfahrer von Graz hat "Gefühl für Mitmenschen verloren"

Krankheitsbedingt ging ihm laut Hofmann auch das "Gefühl für Mitmenschen verloren", die Amokfahrt sei dann ein "explosionsartiges Ausleben von Emotionen" gewesen. Der Sachverständige betonte: "Diese Art von Störung kann man nicht spielen". Im Gutachten ist auch ausgeführt, dass von R, "eine große Gefährlichkeit" ausgehe.

Gutachter ist sich seiner Diagnos sicher

Er sei sich seiner Diagnose "100 Prozent sicher", erklärte Hofmann, trotzdem "sehe ich das Ergebnis völlig offen, denn die Geschworenen entscheiden." Und zu den Laienrichter meinte er: "Ich kann nur meine klinische Sicht darstellen, damit Sie entscheiden können. Die Sicht des Arztes und die Beweiswürdigung sind aber zwei verschiedene Dinge."

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 27.02.2021 um 10:21 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/prozess-gegen-amokfahrer-befragung-der-zeugen-fortgesetzt-53953024

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