Jetzt Live
Startseite Welt
Ganze Welt berichtet

Pressestimmen zum Tod von Queen Elizabeth II.

"Mit der Queen ist die alte Welt gestorben"

Meldungsliste(1)(4).jpg APA/AFP/EDUARDO SOTERAS
Weltweit berichten Medien am Freitag über den Tod von Queen Elizabeth II.

Der Tod von Queen Elizabeth II. bewegt die ganze Welt. Einen Überblick über die Pressestimmen findet ihr hier.

Zum Tod von Queen Elizabeth II. schreiben Zeitungen am Freitag:

"The Telegraph" (London):

"Der Einfluss, den sie in ihrem ererbten Amt als Staatsoberhaupt ausübte, beruhte auf einer tief verwurzelten Zuneigung des Volkes, von der ein Politiker nur träumen kann. Die Königin erinnerte uns an unsere Vergangenheit, an die Kontinuität unserer nationalen Geschichte und an die Tugenden der Widerstandsfähigkeit, des Einfallsreichtums und der Toleranz, die sie geschaffen haben.

Wir sollten auch nicht vergessen, dass nicht nur das Vereinigte Königreich eine Monarchin verloren hat, sondern auch Australien, Kanada, Neuseeland und elf weitere überseeische Gebiete, die die Königin als Staatsoberhaupt behalten haben. Werden sie ohne sie dem Druck widerstehen können, Republiken zu werden? (...)

Das Leben der Königin war nicht ohne Wechselfälle. Sie sah sich mit vielen der Schwierigkeiten konfrontiert, die alle Familien heimsuchen, mit zerrütteten Beziehungen, Scheidungen und dem Unglück von Kindern und Enkelkindern. Trotz der Erhabenheit ihrer Position war sie den enttäuschenden Aspekten des Lebens genauso ausgesetzt wie wir alle. Als Nation trauern wir alle gemeinsam um sie. Das zweite Zeitalter einer Königin Elizabeth ist zu Ende. Lang lebe König Charles III."

"Washington Post":

"Ihre Regentschaft auf Statistiken herunterzubrechen, würde ihren größeren Beitrag zur britischen Gesellschaft und unserem kulturellen Bewusstsein verfehlen. Stetig wie ihr allgegenwärtiges Profil auf Briefmarken und Münzen verkörperte die Königin die britische Selbstbeherrschung.(...) Während andere in der königlichen Familie sich lautstark zu ihren Privatleben und Meinungen äußerten - auch zu Regierungsangelegenheiten - stellte sie die Monarchie vor die Monarchin, gab der Pflicht den Vorrang vor persönlichen und familiären Interessen. (...)

Letztlich war ihre praktizierte Unparteilichkeit ein Vorteil, der es ihr ermöglichte, zu einem Nationalismus ohne Parteilichkeit zu inspirieren. Ihr Engagement für den Dienst am Volk war lobenswert - umso mehr für die Dauer ihrer Regentschaft und die Führung, die sie in spaltenden Zeiten anbot. Die Beliebtheit und Langlebigkeit der Queen haben als einende Kraft gewirkt, selbst nachdem der Brexit Großbritanniens Bindung an Europa gelöst hat und sich auch die Bande gelockert haben, die die einzelnen Länder des Vereinigten Königreichs zusammenhalten. Die Monarchie - und Großbritannien - könnten sich ohne die Queen dramatisch verändern."

"El Mundo" (Madrid):

"Es ist schwierig, die historische Dimension einer so gigantischen Figur wie Elizabeth II. zu erfassen (...) Es war ihr persönliches Prestige, das die Krone stützte, als Skandale ihre eigene Familie erschütterten, insbesondere die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen gegen ihren Sohn Prinz Andrew. (...)

Es ist nun die Zeit ihres geduldigen Sohnes Charles, der im Alter von 73 Jahren den Thron besteigt. Hoffen wir, dass das Beispiel seiner Mutter ihm dabei helfen wird, das Vereinigte Königreich in diesem stürmischen 21. Jahrhundert mit der gleichen Gewissheit und Sicherheit zu führen. Schließlich ist das die Aufgabe der Monarchie in unserer Zeit: Sie soll eine institutionelle Sicherheit bieten, die vom ungewissen Auf und Ab der Geschichte unberührt bleibt."

"Magyar Nemzet" (Budapest):

"Den Lebensweg der verstorbenen Königin hat die Demut, die Arbeit und das Pflichtbewusstsein bestimmt. Denn sie war die Herrscherin der alten Welt. In ihrer Person hat die ganze Welt die Briten wirklich verehren können, die nie Knechte sein konnten (...). Sie hat nicht ganz in diese sehr schmutzige, von falschen und entstellten Nachrichten volle Facebook-Welt gepasst. Mit dem Tod von Elizabeth II. ist ein sehr wichtiges Bindeglied zwischen dem Alten und dem Neuen verschwunden. Prinz Charles - der schon König ist, wie merkwürdig das auch klingen mag - ist schon ein Moderner, über ihn ist in seinem bereits langen Leben schon alles gesagt worden, man hat ihn durch den Schlamm gezogen. (...) Mit Elizabeth II. ist die alte Welt gestorben. (...) Londons Brücke ist eingestürzt und vielleicht können sie sie nie wieder neu bauen."

"De Telegraaf" (Amsterdam):

"Mit dem Ableben von Königin Elizabeth II. ist ein Zeitalter zu Ende gegangen. Die Monarchin war für viele Briten ein Fels in der Brandung, ein Faktor für Stabilität in unruhigen Zeiten. Je länger sie auf dem Thron saß, desto mehr wurde sie auch weltweit zur Ikone. (...) Nun sind alle Augen auf ihren Sohn Charles gerichtet, der 73-Jährige war ein Leben lang in den Kulissen gestanden. Er muss nun in große Fußstapfen treten."

"De Standaard" (Brüssel):

"Queen Elizabeth wurde Königin, als Winston Churchill, Harry Truman und Josef Stalin die Welt regierten und ihr Land noch ein globales Imperium war, das große Teile Afrikas beherrschte. Die Botschaft, mit der sie den Thron bestieg, war einfach und klar - und vielleicht gerade deshalb so anziehend. Sie sprach von ihrer lebenslangen Pflicht, dem Volk zu dienen. Die Welt hat sich seither sehr stark verändert, aber ihre Botschaft der Pflicht schien nie altmodisch zu werden und hat Generationen von Briten verzaubert. Immer wenn die Königin einen Jahrestag zu feiern hatte, füllten sich die Straßen Londons mit Hunderttausenden von Menschen und im ganzen Land wurden Volksfeste veranstaltet. Auch viele Nicht-Briten werden zugeben, dass sie sich regelmäßig von der Aura einer Königin mitreißen ließen, die selbst von Netflix als ein Weltstar betrachtet wurde."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 06.10.2022 um 08:12 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/queen-elizabeth-ii-pressestimmen-zum-tod-126790357

Kommentare

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel. Starte die Diskussion.

Kommentare anzeigen K Kommentare ausblenden Esc Teile uns deine Meinung mit.

Mehr zum Thema