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Rache für Soleimani

Iranische Raketen schlagen auf US-Militärbasis ein

Noch keine Angaben über Opfer

Der Iran hat als Vergeltung für die Tötung eines iranischen Generals zwei internationale Truppenstützpunkte mit US-Soldaten im Irak mit Raketen attackiert. In der Nacht auf Mittwoch seien in den Stützpunkten in Erbil (Nordirak) sowie Ain al-Asad im Westirak mehr als ein Dutzend Raketen eingeschlagen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Angaben über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor.

Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman erklärte, es sei klar, dass die Raketen vom Iran aus auf die beiden von den USA genutzten Stützpunkte abgefeuert worden seien. Der Schaden werde noch untersucht. Die USA hätten aber angesichts der iranischen Drohungen in den vergangenen Tagen "alle angemessenen Maßnahmen" ergriffen, um den Schutz von Soldaten der USA und der Partnerstaaten sicherzustellen.

US-Militär, Naher Osten, Iran, Irak APA

Einschränkungen im Luftraum über Iran und Irak

Die US-Luftfahrtaufsicht untersagte US-Passagiermaschinen den Überflug über die Region. Zivile Flugzeuge dürften nicht mehr über den Irak, den Iran, den Persischen Golf sowie den Golf von Oman fliegen, teilte die Luftfahrtaufsichtsbehörde FAA am Dienstagabend (Ortszeit) mit.

Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, dass sie die Basis Ain al-Asad mit "Dutzenden Raketen" attackiert hätten. Die Revolutionsgarden bezeichneten den Angriff laut iranischen Staatsmedien als Vergeltung für die gezielte Tötung von General Qassem Soleimani bei einer US-Drohnenattacke in Bagdad am vergangenen Freitag. Auch der iranische Außenminister sprach via Twitter von einem Akt der Selbstverteidigung. Sein Land sei nicht auf Eskalation oder Krieg aus, versicherte er, es werde sich aber gegen jede Aggression verteidigen.

 

Weitere Raketen angedroht

Die Revolutionsgarden drohten zudem mit Angriffen auch gegen Israel und mit den USA "verbündete Regierungen". Die US-Truppen forderten sie auf, die Region zu verlassen, um Verluste zu vermeiden. Zugleich warnten sie vor amerikanischen Gegenangriffen. Das iranische Parlament hatte am Dienstag ein Gesetz beschlossen, das sämtliche US-Streitkräfte als "Terroristen" einstuft.

Ein Kommandant der Revolutionsgarden bezeichnete im iranischen Fernsehen die jüngsten Angriffe als "nur den ersten Schritt" und drohte mit weiteren Attacken. Der Iran werde die Amerikaner nicht verschonen.

Die Revolutionsgarden sind die zweite Säule der iranischen Streitkräfte neben der regulären Armee. Soleimani war der Kommandant der Quds-Brigaden, einer Eliteeinheit der Revolutionsgarden, welche der Iran vor allem im Ausland einsetzt.

Trump berät sich mit Sicherheitsteam

Nach den Raketenangriffen in der Nacht teilte das Weiße Haus mit, US-Präsident Donald Trump sei über die "Berichte über Attacken auf US-Einrichtungen im Irak" in Kenntnis gesetzt worden und verfolge die Lage. Der Präsident berate sich mit seinem Sicherheitsteam, darunter Verteidigungsminister Mark Esper, Außenminister Mike Pompeo sowie Generalstabschef Mark Milley.

AFP-Korrespondenten beobachten nach den Raketenangriffen intensive Bewegungen von Kampfjets am Himmel über der irakischen Hauptstadt Bagdad. Sie konnten allerdings zunächst nicht identifizieren, zu welchen Streitkräften die Flugzeuge gehörten.

Iran will Soleimani-Tod vergelten

Der Iran hatte nach der Tötung des einflussreichen Generals Soleimani Vergeltung angekündigt. Trump drohte daraufhin, sollte der Iran Vergeltungsangriffe verüben, werde das Land "die Konsequenzen erleiden, und zwar sehr stark". Es gebe eine Liste von mehr als 50 iranischen Zielen, die von den USA angegriffen werden könnten, schrieb er etwa am Samstag auf Twitter. Im Irak sind rund 5.000 US-Soldaten stationiert, die ein internationales Militärbündnis zum Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) anführen.

Die US-Stützpunkte im Irak waren zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen von örtlichen schiitischen Milizen, die vom Iran unterstützt werden, angegriffen worden. Die Eskalation des Konflikts zwischen Washington und Teheran hat international Sorgen vor einer militärischen Konfrontation beider Staaten bis hin zu einem Krieg geweckt.

(Quelle: Apa/Ag.)

Aufgerufen am 17.04.2021 um 01:27 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/raketenangriffe-iran-feuert-auf-us-militaerbasis-81702652

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