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Empörung über Video

KZ-Anspielungen bei Rammstein

Häftlinge am Galgen, gelbe Sterne und ein bedrohlicher Sound: Ein Video der deutschen Band Rammstein mit Anspielungen auf deutsche Konzentrationslager hat scharfe Kritik und Fragen zum Umgang mit Holocaust-Bildern ausgelöst.

Der 35 Sekunden lange Trailer zur neuen Rammstein-Single zeigt vier Band-Mitglieder mit einem Strick um den Hals , deren Kleidung an die von KZ-Gefangenen erinnert. Zu sehen sind auf einigen gestreiften Jacken gelbe Sterne, ähnlich jenen Kennzeichen, die das NS-Regime nach den Nürnberger Rassegesetzen 1935 den Juden aufgezwungen hatte. Am Ende des Trailers, den Rammstein auf ihrer Webseite veröffentlichten, ist das Wort "Deutschland" in frakturähnlicher Schrift zu sehen. In lateinischen Buchstaben steht darunter das Datum 28.3.2019.

Das neue Album soll am 17. Mai erscheinen, wie die Band auf ihrer Webseite mitteilte. Das komplette Video wollten Rammstein noch am Donnerstag ins Netz stellen.

XXVIII.III.MMXIX

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Gepostet von Rammstein am Dienstag, 26. März 2019
 
 
 

"Holocaust zu Marketingzwecken missbraucht"

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, erklärte, es gebe zahlreiche Künstler, die sich in ihren Kunstwerken auf eine würdevolle Art mit der Schoa auseinandersetzten. "Wer den Holocaust jedoch zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch", sagte Schuster.

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums nannte den Rammstein-Clip mit Anspielung auf den Holocaust "beschämend". "Wir schließen uns jenen an, die eine sofortige Löschung fordern", schrieb er auf Twitter.

Neues Rammstein-Album

Rammstein wollen im Mai erstmals auf Stadion-Tournee durch Europa gehen. Dazu hatte die Band im vergangenen September ihr siebtes Studioalbum angekündigt - zehn Jahre nach "Liebe ist für alle da". Von der Band war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Gegen eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Holocaust sei prinzipiell nichts einzuwenden, sagte der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. "Wenn aber das Video nur zur Provokation und Verkaufsförderung erstellt wurde, um zu skandalisieren und Aufmerksamkeit zu erzeugen, dann wird damit eine rote Linie überschritten." Das wäre eine geschmacklose Ausnutzung der Kunstfreiheit. Man müsse abwarten, was die Band in ihrem neuen Album aufgenommen habe.

Auschwitz Komitees: "Geschmacklos"

"Wie kommt Rammstein dazu, sich die Rolle der Opfer anzumaßen", fragte Christoph Heubner, Geschäftsführer des Internationalen Auschwitz Komitees. "Geschmacklos" und ohne jede Empathie für die Holocaust-Überlebenden sei eine solche Form der Darstellung, getrieben von Sensationsgier und dem Schielen nach Verkaufszahlen.

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller (CSU), lud die Band in die KZ-Gedenkstätte Dachau ein. "Das Leid und die Unmenschlichkeit des Holocaust verbieten sich für Werbezwecke oder Effekthascherei zur Bekanntmachung von Produkten ganz gleich welcher Art - in diesem Fall wohl ein neues Musikalbum", erklärte er.

Spiel mit Nazi-Ästhetik

Die Berliner Band hat mit brachialem Rock und martialischen Klängen immer wieder mit Nazi-Ästhetik gespielt. Für das Video zum Song "Stripped" waren Ausschnitte aus Leni Riefenstahls NS-Propagandafilm über die Olympischen Sommerspiele von 1936 zu sehen. Frontman Till Lindemann wies damals Nazi-Vorwürfe zurück. "Wir kommen aus dem Osten und sind als Sozialisten aufgewachsen. Wir waren früher entweder Punks oder Gruftis – wir hassen Nazis!", sagte er dem Magazin "Rolling Stone".

(APA)

Aufgerufen am 26.04.2019 um 03:56 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/rammstein-kritisiert-wegen-kz-anspielungen-in-video-67958077

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