Jetzt Live
Startseite Welt
30.000 Brände im August

Amazonas-Regenwälder stehen in Flammen

Bolsonaro sieht Umweltorganisationen als "Krebs"

Trotz eines Verbots von Brandrodungen und eines massiven Militäreinsatzes steht der Regenwald im Amazonasgebiet weiter in Flammen. Allein in den ersten Septembertagen wurden im brasilianischen Amazonasgebiet rund 1000 Feuer registriert, wie aus den Daten des Weltrauminstituts Inpe hervorgeht. Im August waren es fast 30.000 Brände gewesen. Am Samstag feiert Brasilien den Tag des Amazonas.

"Brandrodungen sind zwar derzeit offiziell verboten, doch es geht ungebremst weiter. Die Umweltbehörden wurden entmachtet, Polizeibehörden kontrollieren kaum und Verstöße haben keine Konsequenzen", sagt Juliana Miyazaki von der Gesellschaft für bedrohte Völker. "Auslöser der Waldbrände sind meist illegale Rodungen. Es wird entwaldet, das Holz trocknet, dann wird Feuer gelegt. So werde neue Flächen für wirtschaftliche Aktivitäten wie das Agrobusiness frei."

Bolsonaro bezeichnet Umweltorganisationen als "Krebs"

Der rechtsextreme brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat Umweltschutzorganisationen als "Krebs" bezeichnet, den er am liebsten ausrotten würde. "Ihr wisst, dass die NGOs mir nichts zu sagen haben", sagte Bolsonaro in seiner wöchentlichen Facebookübertragung. "Ich bin streng mit diesen Leuten, aber ich schaffe es nicht, diesen Krebs zu töten, den die meisten NGOs darstellen."

Bolsonaros Zorn wurde insbesondere durch die Kampagne "Defundbolsonaro.org" (etwa: Entzieht Bolsonaro die Gelder) geweckt, die eine Umweltgruppe diese Woche gestartet hatte. Potenzielle Investoren werden damit aufgerufen, ihr Engagement in Brasilien von der Verpflichtung zum Schutz des Amazonas-Regenwaldes abhängig zu machen. Im Juni hatten bereits internationale Investmentfonds mit einem Gesamtvolumen von vier Billionen Dollar (3,38 Billionen Euro) von der brasilianischen Regierung einen Kurswechsel in der Umweltpolitik gefordert.

Brände im Amazonas als "Lüge" bezeichnet

Erst kürzlich hatte Bolsonaro die Berichte über Brände im Amazonasgebiet als "Lüge" bezeichnet und behauptet, tropischer Regenwald könne gar kein Feuer fangen. Satellitenaufnahmen des nationalen Forschungsinstituts INPE hatten im August dagegen mehr als 29.000 Feuer im Amazonasgebiet nachgewiesen - die zweithöchste Zahl in zehn Jahren. Weiter südlich im Pantanal verdreifachte sich die Zahl der Brände im Vergleich zum August 2019.

(Quelle: Apa/Dpa)

Aufgerufen am 23.04.2021 um 11:37 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/regenwaelder-im-amazonas-gebiet-stehen-in-flammen-92414563

Kommentare

Mehr zum Thema