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Rekonvaleszenter Kerry will zu Atom-Gesprächen nach Wien

Kerry hatte sich bei Radtour Oberschenkelknochen gebrochen Salzburg24
Kerry hatte sich bei Radtour Oberschenkelknochen gebrochen

US-Außenminister John Kerry, der sich beim Radfahren einen Oberschenkelbruch zugezogen hatte, hat am Freitag nach seiner Entlassung aus dem Spital versichert, dass er "in den nächsten Tagen" nach Wien reisen werde, um an den Atomgesprächen mit dem Iran teilzunehmen. Bis 30. Juni soll ein Abkommen zur Beilegung des Atomstreits unter Dach und Fach gebracht werden.

Laut Nachrichtenagentur Reuters plant Kerry eine Teilnahme an den Iran-Gesprächen nach Abschluss des Strategischen und Wirtschaftlichen Dialogs mit China von 22. bis 24. Juni in Washington. Der US-Außenminister gehört zu den Schwergewichten, die die Gruppe 5+1 (USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland) bei den im Herbst 2013 mit dem Iran begonnenen Verhandlungen vertreten. In den vergangenen 20 Monaten hat er wiederholt direkte Gespräche mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif geführt.

Kerry betonte, er stehe mit dem US-Verhandlerteam in Wien in Kontakt und sei voll in die Gespräche eingebunden. "Ich habe nichts verpasst", so der Chef der US-Diplomatie, der knapp zwei Wochen nach seinem Beinbruch aus einem Krankenhaus in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts) entlassen wurde. Außerdem habe ihn sein Stabschef im Krankenzimmer unterstützt. Kerry stützte sich beim Verlassen des Krankenhauses auf Krücken.

Kerry war am 31. Mai bei einer Radtour in den französischen Alpen verunglückt und hatte sich den Oberschenkelknochen gebrochen. Nach einer kurzen Behandlung in Genf war er ins Massachusetts General Hospital in Boston geflogen worden.

Die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm könnten nach Einschätzung des iranischen Präsidenten Hassan Rohani indes in die Verlängerung gehen. "Wenn sich die andere Seite an den vereinbarten Rahmen hält und keine neuen Themen auf den Tisch bringt, können wir eine Einigung erzielen", sagte Rohani am Samstag in einer Pressekonferenz.

"Aber wenn sie mit dem Feuer spielen wollen, können die Verhandlungen länger dauern." Bisher streben der Iran sowie die fünf UN-Vetomächte und Deutschland bis zum 30. Juni eine Vereinbarung über die Zukunft des iranischen Atomprogramms und der westlichen Sanktionen an.

Anfang April hatten sich die beteiligten Staaten auf Eckpunkte für eine Beschränkung des Atomprogramms geeinigt. Im Gegenzug sollen die Sanktionen aufgehoben werden. Das Abkommen soll eine atomare Bewaffnung des Iran verhindern. Umstritten ist aber das Zugeständnis an den Iran, das Atomprogramm nicht komplett aufgeben zu müssen. Israel befürchtet, dass der Iran damit zur atomaren Schwellenmacht wird und seinen politischen Einfluss in der Region ausbauen kann. Dies wiederum könne ein Wettrüsten in der Region auslösen.

(Quelle: S24)

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