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Rezession in Japan verschärft sich vor Neuwahlen

Drittgrößte Wirtschaftsmacht stagniert seit langem Salzburg24
Drittgrößte Wirtschaftsmacht stagniert seit langem

Vor der anstehenden Neuwahl hat sich die Rezession in Japan verschärft. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent, wie die Regierung am Montag auf Basis revidierter Daten mitteilte. In ihrer ersten Schätzung war noch ein Minus von 1,6 Prozent veranschlagt worden.

Dass die Investitionen der Firmen um 0,4 Prozent zurückgingen, gilt als Alarmsignal und zugleich als eine Spätfolge der im April eingeführten Mehrwertsteuererhöhung. Ministerpräsident Shinzo Abe will die für 2015 geplante zweite Stufe der Erhöhung verschieben. Die vorgezogene Wahl am nächsten Sonntag soll ihm dafür die Unterstützung der Bürger sichern.

Eigentlich wären Wahlen erst 2016 fällig gewesen. Abes Liberaldemokraten gehen Umfragen zufolge als klare Favoriten in die Abstimmung. Mit der Mehrwertsteuererhöhung im April hatte der Regierungschef auf die schwache Kassenlage reagiert. Der Schuldenberg des Landes ist weit mehr als doppelt so hoch wie die Wirtschaftsleistung.

Doch die Konjunktur erhielt durch die Maßnahme einen Knacks. Im Frühjahr schrumpfte sie um 6,8 Prozent - insbesondere, weil die Bürger ihren Konsum einschränkten. Dass sich im Sommer nun auch die Firmen mit Ausgaben zurückhielten, gilt als weiterer Rückschlag. Mit einer Konsum- und Investitionsschwäche hatte Japan schon in einer langen Phase der Deflation zu kämpfen.

Abe war vor rund zwei Jahren angetreten, die lahmende Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Er regte unter anderem die Notenbank zum Öffnen der Geldschleusen an, um die Inflation nach oben zu treiben. Die ultra-lockere Geldpolitik soll dafür sorgen, dass sich die Teuerungsrate wieder der Marke von zwei Prozent annähert und auch die Löhne stärker zulegen. Nach dem Durchhänger im Sommer dürfte sich die Wirtschaft zum Jahresende laut Experten wieder berappeln. Es mehren sich demnach die Anzeichen, dass Verbraucher und Firmen den Mehrwertsteuer-Schock einigermaßen verdaut haben und ihre Ausgaben wieder steigern. Daher könne Japan im laufenden vierten Quartal wieder moderat wachsen und damit die Rezession abschütteln.

(Quelle: S24)

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