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Rohani für regionales Bündnis gegen Terrormiliz IS

Rohani will politische Differenzen überwinden Salzburg24
Rohani will politische Differenzen überwinden

Irans Präsident Hassan Rohani hat ein regionales Bündnis gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" angeregt. Eine solche Allianz wäre im Kampf gegen den IS weitaus effektiver als die von den USA geführte internationale Koalition, sagte Rohani am Dienstag auf einer Anti-IS Konferenz in Teheran. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel stattete unterdessen den US-Truppen im Irak einen Besuch ab.

"Wir müssen in der Region zu einem gemeinsamen Verständnis kommen, dann könnten wir auch den IS in kürzester Zeit beseitigen", betonte Rohani. Politische Differenzen der Staaten in der Region hingegen würden den IS nur weiter stärken.

Wegen seiner Unterstützung für das Regime von Syriens Präsident Bashar al-Assad hat der Iran Differenzen mit den beiden Regionalmächten Türkei und Saudi-Arabien sowie Katar. Bei der Konferenz in Teheran, zu der auch die Außenminister Iraks und Syriens kamen, wollte der Iran versuchen, Gräben zu überwinden. Das aber scheint eher unwahrscheinlich, da der Iran weiterhin an seiner Politik pro Assad festhalten will.

Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und IS-Kämpfern sind nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad unterdessen mehrere Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt seien sechs Menschen, darunter zwei Polizisten, durch Angriffe der Jihadisten umgekommen, sagte ein Sicherheitsbeamter. Aufseiten des IS seien elf Kämpfer getötet worden.

In Bagdad war zur gleichen Zeit US-Verteidigungsminister Chuck Hagel zu einem unangekündigten Treffen mit Ministerpräsident Haider al-Abadi zusammengekommen. Hagel wies dabei dem Irak die Hauptverantwortung für einen Erfolg im Kampf gegen den IS zu. "Es ist ihr Land, sie müssen führen und sie sind es, die sich am Ende für die Resultate verantworten müssen", sagte Hagel. "Wir können helfen, wir können ausbilden, wir können unterstützen, wir können beraten - das alles tun wir bereits", sagte er. Ebenso wie in Afghanistan würden die Streitkräfte der USA "eine Rolle spielen". Diese sei jedoch lediglich eine unterstützende.

Der Besuch war Hagels erster im Amt als Verteidigungsminister und wird wohl zugleich auch sein letzter sein, bevor der 68-Jährige seinen Posten an Ashton Carter abgibt. Neben US-Militärvertretern traf Hagel auch den irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi.

Al-Abadi bat die USA seinerseits darum, ihre Luftangriffe gegen den IS auszuweiten und die irakische Armee verstärkt mit Waffenlieferungen zu unterstützen. Die Armee komme am Boden gut voran, brauche aber "mehr Unterstützung aus der Luft und mehr schwere Waffen", sagte al-Abadi.

In Syrien soll der IS einen Mann wegen Gotteslästerung öffentlich enthauptet haben. Die Hinrichtung habe am Montag auf einem öffentlichen Platz in der Stadt Suluk stattgefunden, berichtete die oppositionelle Beobachterstelle für Menschenrechte am Dienstag. Auch Kinder hätten zugesehen.

Auf einer Islamisten-Website wurden Bilder von einem knienden Mann mit verbundenen Augen veröffentlicht, dessen Kopf auf einem Holzblock liegt. Über ihn hebt ein zweiter, maskierter Mann ein Schwert. Der Hingerichtete habe die Blasphemie gestanden, hieß es. Die Angaben konnten nicht überprüft werden.

(Quelle: S24)

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