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Roms Verhandlungen mit EU über Bad Bank in Endphase

Italiens Wirtschaftsminister verhandelt mit der EU Salzburg24
Italiens Wirtschaftsminister verhandelt mit der EU

Die Verhandlungen der italienischen Regierung mit der EU-Kommission für die Einrichtung einer Bad Bank sind in der Endphase. Dies berichtete der italienische Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan nach Angaben italienischer Medien. Die Bad Bank soll die notleidenden Kredite der italienischen Banken übernehmen.

Immer mehr Wirtschaftsexperten und Bankenmanager betrachten eine Bad Bank als realistischen Weg für Geldhäuser, notleidende Kredite auszulagern. Die italienischen Institute ächzen unter faulen Krediten in Höhe von circa 190 Mrd. Euro, die sich während der dreijährigen Rezession des Landes angehäuft haben. Vor allem Genossenschaftsbanken sind wegen fauler Kredite unter Druck geraten.

Als Bad Bank werden Finanzinstitute bezeichnet, die als reine Abwicklungsbanken fungieren und sich um nicht einlösbare Kreditforderungen und schwierige Wertpapiere kümmern. Die "toxischen" Papiere gefährden die Bonität der betroffenen Banken.

Padoan zeigte sich über das Wirtschaftswachstum in Italien im zweiten Quartal zufrieden. "Wir sind auf dem richtigen Weg und das ist von Vorteil für Europa insgesamt", sagte Padoan beim Wirtschaftsseminar "Ambrosetti" im norditalienischen Cernobbio. Der Juncker-Plan sei ein wichtiges Instrument zur Förderung des Wirtschaftswachstums und müsse von Italien gut genützt werden.

Wirtschaftsminister Padoan hat die Banken des Landes zudem zu Zusammenschlüssen ermutigt. So könnten die Institute ihr Wettbewerbsfähigkeit und ihre Kapitalpolster stärken, sagte Padoan am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Appell des Ministers steht im Zusammenhang mit einer unlängst von seiner Regierung angestoßenen Reform der Genossenschaftsbanken.

Ziel war es, dass die Institute leichter untereinander fusionieren können, um nicht in die Hände privater Großbanken zu fallen. Doch bisher halten sich die Geldhäuser mit Übernahmen zurück. "Fusionsprozesse sind komplex", räumte Padoan ein. Es müssten nicht nur finanzielle Fragen gelöst, sondern auch verschiedene Führungsstile in Einklang gebracht werden.

Nach den neuen Regeln sollen große Genossenschaftsbanken unter anderem ihre Stimmrechtsverteilung neu ordnen. Bisher hat jeder Eigner unabhängig seines Anteils ein Votum. Damit wurden Zusammenschlüsse erschwert. Beim EZB-Stresstest hatten Italiens Banken am schlechtesten abgeschnitten.

(Quelle: S24)

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