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Rosenbauer verdiente im Halbjahr mehr

Die Firma Rosenbauer schwimmt mit ihren Spezialfahrzeugen und Feuerwehr-Equipment auf der Erfolgswelle. Im traditionell schwächeren ersten Halbjahr hat das börsenotierte Unternehmen bereits einen Umsatzzuwachs von 14 Prozent vorgelegt. Die schlechte Zahlungsmoral bei wichtigen Kernmärkten wie Saudi-Arabien hat aber seine negativen Spuren im Cashflow hinterlassen.

"Verschobene Zahlungseingänge von 70 auf 90 Tage" hätten die Ausgabenseite belastet, erklärte Finanzvorstand Günter Kitzmüller am Dienstag in Wien. Damit wurde eine "intensive Finanzierung" der laufenden Produktion notwendig, was sich wiederum im negativen Cashflow niederschlug. Der lag im Halbjahr bei einem Minus von 104,3 Mio. Euro. Bei übervollen Auftragsbüchern kletterte der Verschuldungsgrad damit bis Ende Juni mit 139,4 Prozent deutlich über die 100-Prozent-Marke. In Folge betrug die Nettoverschuldung nach dem ersten Halbjahr 283,6 Mio. Euro.

Die Rosenbauer-Chefs Dieter Siegel und Günter Kitzmüller zeigten sich aber über diese Zahlen bei der Vorstellung der Halbjahresergebnisse wenig beunruhigt. Denn die Konzernumsätze steigen seit fünf Jahren ununterbrochen. Gleiches gilt für den operativen Gewinn. Für heuer geht Rosenbauer von einem prognostizierten Jahresumsatz in Höhe von 860 Mio. Euro aus. Der Auftragsbestand zum 30. Juni wuchs binnen Jahresfrist von 732 auf 836 Mio. Euro. Damit rückt die Umsatzmilliarde für den Spezialisten im Bereich Brandlöschung und Zubehör in den kommenden Jahren in greifbare Nähe.

Die stärksten Zuwächse hat Rosenbauer im Halbjahr auf dem nordamerikanischen Kontinent (37 Prozent) und im Arabischen Raum verzeichnet. Der Nahe und Mittlere Osten ist mittlerweile neben den USA zum "zweiten Heimmarkt" aufgestiegen, wie Kitzmüller schon in der Vergangenheit klar machte.

Der als Krisenregion geltende Nahe Osten hat einen 26-Prozent-Anteil bei den Rosenbauer-Umsätzen. Die aus diesen Ländern erzielten Umsätze sind seit Jahresbeginn um weitere vier Prozent gestiegen. Was die etwas schleppende Zahlungsmoral der Kunden wettmacht. Im Vergleich wuchs auch der nordamerikanische Kontinent um vier Prozent und hält nun bei 22 Prozent Marktanteil. Zudem sind "die Amerikaner sehr schnelle und zuverlässige Zahler", wie Siegel hervorhob.

Es herrscht "ein hohes Sicherheitsbedürfnis" in aufstrebenden Ländern, formulieren es die Vorstände vorsichtig. Beides sichert die Aussicht auf weitere Expansion im Arabischen Raum und in den BRIC-Ländern. Auch in Südostasien und China gebe es eine "rege Nachfrage". Lateinamerika und Afrika gelten für Rosenbauer als "schwierige Märkte". Hinzu kommt, dass Rosenbauer-Fahrzeuge bei Katastrophen oder aber bei Demonstrationen in den jeweiligen Ländern zum Einsatz kommen. Rosenbauer besitzt eigenen Angaben zufolge einen weltweiten Marktanteil von 40 Prozent bei Spezialfahrzeugen. Konkret hat es auch Anfragen für gepanzerte Fahrzeuge aus Bahrain und Ägypten gegeben, die Rosenbauer aber ablehnte.

Rosenbauer, der mit dem neuen Spezialfahrzeug "Panther" auf der diesjährigen Interschutz-Messe seinen Führungsanspruch unter Beweis stellte, hat heuer schon 50 neue "Panther" verkauft. Die Abnehmer sind Abu Dhabi, Katar, Singapur und Indien.

Natürlich sei "die Nachfrage nach Spezialfahrzeugen steigend, wenn die Krisenherde steigen", erklärte Vorstandschef Siegel gegenüber der APA. Das Hauptgeschäft des Unternehmens liegt aber im Bereich der Feuerwehrautos, Ausstattung, Zubehör und Service für Kommunen. Kommunale Märkte machen 75 Prozent des weltweiten Rosenbauer-Anteils aus, was sich aber nur über lokale Präsenzen umsetzen lasse. Im Vorjahr hat das Unternehmen weltweit insgesamt 2.600 Fahrzeuge verkauft.

Der bisher größte Abnehmer für Wasserwerfer, die für den Einsatz bei Demonstrationen konzipiert und angekauft wurden, ist laut Vorstandschef Siegel Deutschland. Rosenbauer hat im Vorjahr bei den Nachbarn einen Riesenauftrag für das "High-Tech-Protest-Bekämpfungsgerät", den "WaWe10" an Land gezogen. Bis zu 80 Fahrzeuge werden bis 2019 ausgeliefert, bei einer kolportierten Verkaufssumme von rund 75 Mio. Euro.

(Quelle: S24)

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