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Rund zwei Wochen vor Wahlen - Lawrow in Bosnien-Herzegowina

Lawrow trifft den bosnisch-serbischen Präsidenten Dodik APA (dpa)
Lawrow trifft den bosnisch-serbischen Präsidenten Dodik

Rund zwei Wochen vor den allgemeinen Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat der russische Außenminister Sergej Lawrow dem Westbalkanstaat am Freitag einen Besuch abgestattet. Nach einem Treffen mit dem serbischen Mitglied der dreiköpfigen Staatsführung Mladen Ivanic in Sarajevo bekräftigte er die Unterstützung des Dayton-Friedensabkommens sowie der Gebietseinheit von Bosnien-Herzegowina.

Damit distanzierte sich Lawrow offenbar von den separatistischen Bemühungen des bosnisch-serbischen Präsidenten Milorad Dodik, der eigentlich als wichtigster Bündnispartner Moskaus in Bosnien-Herzegowina gilt. Mit dem Dayton-Friedensabkommen wurde der Bosnien-Krieg Ende 1995 beendet. Der Vertrag sah die Schaffung von zwei Landesteilen - der Bosniakisch-Kroatischen Föderation und der Serbischen Republik (Republika Srpska) - vor. Die gesamtstaatlichen Institutionen sind allerdings mit relativ geringen Befugnissen ausgestattet.

Interessant wird der für den Nachmittag geplante Besuch des russischen Außenministers in der Stadt Banja Luka - dem Regierungssitz der Republika Srpska. Dort will der russische Außenminister gemeinsam mit Dodik die Baustelle eines künftigen russische Kulturzentrums und einer russisch-orthodoxen Kirche besichtigen.

Der für seinen Separatismus bekannte Präsident erhofft sich dabei Pluspunkte für seine Partei SNSD. In einer Video-Botschaft hatte Dodik seine Landsleute aufgefordert, Lawrow als "ehrlichen Freund der Republika Srpska und des serbischen Volkes" in Banja Luka zu begrüßen. Dodik kämpft bei der anstehenden Wahl um das Amt des serbischen Mitgliedes der dreiköpfigen Staatsführung.

Ebenfalls noch in Banja Luka wird Lawrow nach Medienangaben aus Belgrad mit seinem serbischen Amtskollegen Ivica Dacic zusammentreffen. Mit dem bosnischen Außenminister Igor Crnadak steht noch in Sarajevo die Unterzeichnung des gemeinsamen Konsultationsplans für die Zeitspanne 2019/20 auf der Agenda.

(APA)

Aufgerufen am 12.12.2018 um 01:30 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/rund-zwei-wochen-vor-wahlen-lawrow-in-bosnien-herzegowina-60255556

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