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Ein halbes Jahr Krieg

Russland erklärt Rückzug aus Charkiw

Reaktion auf ukrainische Großoffensive

Ukrainische Armee in Region Charkiw auf dem Vormarsch
Angesichts der ukrainischen Rückeroberungen in der Region Charkiw hat Russland am Samstag einen Rückzug seiner Truppen aus den Städten Balaklija und Isjum erklärt. 

Russland zieht sich aus zwei Städten in der Region Charkiw zurück. Das erklärte das russische Verteidigungsministerium heute, Samstag. Zuvor hatte die Ukraine Geländegewinne gemeldet.

Nach den von Kiew gemeldeten Geländegewinnen in der ostukrainischen Region Charkiw hat Moskau den Rückzug seiner Truppen aus Gebieten um Balaklija und Isjum gemeldet. Die Truppen seien in den vergangenen drei Tagen verlegt worden, um die "Bemühungen entlang der Donezk-Front zu verstärken", erklärte das russische Verteidigungsministerium am Samstag. Zuvor hatte die Ukraine weitere Geländegewinne im Zuge seiner Gegenoffensive gemeldet.

Russen laut Experten stark unter Druck

Der Chef der prorussischen Separatisten in der selbsternannten "Volksrepublik" Donezk, Denis Puschilin, sprach von einer "schwierigen Lage". Die Situation in der Stadt Lyman sei "ziemlich schwierig, ebenso wie in einer Reihe anderer Orte im Norden der 'Volksrepublik'", sagte Puschilin in einem auf dem Online-Dienst Telegram veröffentlichten Video.

Viele Militärexperten gehen davon aus, dass die Russen mehr als ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn angesichts des massiven ukrainischen Vorstoßes im Charkiwer Gebiet so stark unter Druck geraten sind, dass sie sich zur Flucht entschieden haben.

Beinahe 10.000 russische Soldaten eingekesselt

Früher am Samstag hatte die ukrainische Seite etwa über die Rückeroberung von Kupjansk berichtet. Die Kleinstadt ist wegen ihres direkten Bahnanschlusses an Russland als Verkehrsknotenpunkt wichtig für die Versorgung des gesamten russischen Truppenverbands um das südwestlich gelegene Isjum. Durch den Vorstoß der Ukrainer hätte dort nun mehr als 10.000 russischen Soldaten die Einkesselung gedroht.

Später berichtete der Militärgouverneur des ebenfalls ostukrainischen Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, die eigenen Truppen seien auch dort auf dem Vormarsch und bereits an den Stadtrand von Lyssytschansk vorgestoßen. Lyssytschansk war im Juli als letzte größere Stadt des Gebietes Luhansk von der russischen Armee erobert worden. Vor dem Ende Februar von Russland begonnenen Einmarsch in die Ukraine hatte die Industriestadt knapp 100.000 Einwohner.

Großangelegte Gegenoffensive mit westlichen Waffen

Auch mit Hilfe westlicher Waffen hat die ukrainische Armee im August mit einer groß angelegten Gegenoffensive begonnen. Im Charkiwer Gebiet wurden dadurch zuletzt Dutzende Dörfer und mehrere Städte von den russischen Besatzern befreit.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 29.11.2022 um 01:48 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/russland-erklaert-rueckzug-aus-zwei-staedten-in-region-charkiw-126851821

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