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Stau bei Einreise

Russen ziehen wegen Teilmobilmachung nach Finnland

Deutlich mehr Verkehrsaufkommen auf Grenze

Außenminister Finnland, Pekka Haavisto ASSOCIATED PRESS
Der finnische Außenminister Pekka Haavisto betont die Visa-Frage gegenüber Russland.

Nach der Bekanntgabe der russischen Teilmobilisierung von 30.000 Reservisten, registrierte Finnland deutlich mehr Grenzverkehr. Die Videos auf Social-Media, die flüchtende Russen zeigen sollen, werden vom Grenzschutz allerdings dementiert.

Nach Angaben des Leiters für internationale Angelegenheiten des finnischen Grenzschutzes, Matti Pitkäniitty, kamen am Mittwoch insgesamt 4.824 Russinnen und Russen über die Grenze in Finnland an. Am selben Tag der Vorwoche seien es 3.133 gewesen. "Die gestrige Zahl ist niedriger als an einem normalen Wochenende", betonte Pitkäniitty.

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Bei Protesten in Russland gegen die von Kremlchef Wladimir Putin angeordnete Teilmobilmachung des Militärs sind mehr als 1.300 Menschen festgenommen worden. 

1.350 Festnahmen bei Protesten in Russland

In Russland gingen Menschen gegen die angekündigte Teilmobilmachung auf die Straße: Bei Protesten in mehreren Städten wurden Mittwochabend mehr als 1.300 Menschen festgenommen.

Grenzschutz dementierte Social-Media Videos

Zuvor hatte der Grenzschutz Berichte aus sozialen Medien dementiert, in denen von 35 Kilometern Stau vor der russisch-finnischen Grenze die Rede war. Die entsprechenden Videos seien früher entstanden und nun aus dem Zusammenhang gerissen worden, so die Behörde.

Finnland will Entscheidung bei Visa-Frage

Außenminister Pekka Haavisto kündigte an, Finnland werde eine eigene Lösung für die Frage russischer Touristenvisa finden. "Finnland will kein Transitland für Schengen-Visa werden, die andere Länder erteilt haben", sagte Haavisto dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender Yle zufolge am Mittwochabend. "Es gibt keine moralische Rechtfertigung dafür, dass die russischen Ferien so weitergehen wie bisher." Helsinki habe die Visa-Frage mehrmals in der EU angesprochen. Die Grenze zu Russland solle aber nicht komplett geschlossen werden, da es weiterhin legitime Gründe für die Einreise nach Finnland gebe.

EU-Staat mit längster Grenze zu Russland

Finnland grenzt auf 1.340 Kilometern Länge an Russland. Damit hat das nordische Land unter den EU-Staaten die mit Abstand längste Grenze zu Russland. Russischen Touristen ist es Yle zufolge bisher trotz des Angriffskriegs gegen die Ukraine weiter möglich gewesen, per Bus oder Auto über die finnische Grenze in den Schengenraum einzureisen.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 04.10.2022 um 07:36 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/russland-finnland-verzeichnet-mehr-grenzverkehr-nach-teilmobilisierung-127384690

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