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Russland und China haben Einsicht in Snowden-Dokument

Offenbar streng geheime Daten aus Snowdens Fundus ausgelesen Salzburg24
Offenbar streng geheime Daten aus Snowdens Fundus ausgelesen

Russland und China sollen nach Medienberichten streng geheime Daten der Geheimdienste Großbritanniens und der USA entschlüsselt haben. Die Daten sollen nach Darstellung der britischen Zeitung "The Sunday Times" und der BBC aus dem Fundus des Ex-US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden stammen.

Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 sei dadurch gezwungen gewesen, Agenten aus Einsätzen in "feindlich gesinnten Ländern" abzuziehen, berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf Quellen beim Sitz des Premierministers, im Innenministerium und in Sicherheitsbehörden. Der Snowden-Vertraute und Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald wies die Darstellung zurück.

Der Bericht in der "Sunday Times" sei gespickt mit vielen nachweislich falschen Fakten und ein Beispiel für schlimmsten Journalismus. Wer Behauptungen glaube, die anonym im eigenen Interesse von Regierungen vorgetragen würden, sei dumm, schrieb Greenwald im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Dem Zeitungsbericht zufolge verschaffte sich etwa Russland Zugang zu mehr als einer Million Geheimdokumenten aus dem Snowden-Fundus. Auch China soll verschlüsselte Dokumente gehackt haben, die Informationen und Methoden von Geheimdiensten enthielten und zur Enttarnung von britischen und US-amerikanischen Spionen führen könnten.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter sagte der britischen Rundfunkanstalt BBC, Agenten seien versetzt worden, weil Russland und China Snowden-Dateien lesen könnten. Es gebe keine Hinweise darauf, dass einem von ihnen geschadet worden sei. Das Amt des Premierministers und das Außenministerium wollten sich am Sonntag auf Nachfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht zu den Berichten äußern.

Snowden soll sich 1,7 Millionen Datensätze beschafft haben und diese an Journalisten seiner Wahl weitergereicht haben. Die Enthüllungen des heute 31-Jährigen machten seit dem Frühsommer 2013 das Ausmaß der Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation durch US-Geheimdienste und ihre britischen Partner einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Der Computerspezialist hatte zunächst für den US-Geheimdienst CIA gearbeitet und war unter anderem in Genf stationiert. Später wechselte er zur Vertragsfirma Booz Allen Hamilton. Für Booz arbeitete er als externer Mitarbeiter bei der National Security Agency (NSA). Als Systemadministrator hatte er Zugriff auf viele Dokumente und kopierte Tausende Unterlagen.

Snowden wird von den USA gesucht. Auf seiner Flucht war er in Russland gestrandet und genießt dort Asyl. Der Zeitung "New York Times" hatte er im Oktober 2013 gesagt, er habe keine geheimen Dokumente mit nach Russland genommen. Er habe im Juni in Hongkong vor der Weiterreise nach Russland alle Unterlagen an Journalisten übergeben. Er habe keine Kopien behalten. "Die Wahrscheinlichkeit, dass Russen oder Chinesen irgendwelche Dokumente bekommen haben, liegt bei null Prozent", betonte Snowden in dem Interview.

(Quelle: S24)

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