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Salzburger Spion: Russisches TV sieht Österreich als Opfer

In Russland spricht man im Salzburger Spionagefall von einer Verschwörung (Symbolbild). APA/AFP/Mladen ANTONOV
In Russland spricht man im Salzburger Spionagefall von einer Verschwörung (Symbolbild).

Zwei der drei wichtigen Wochenmagazine im staatsnahen russischen Fernsehen haben am Sonntag auf einen aktuellen austro-russischen Spionagefall verwiesen. Sowohl "Tolstoj. Sonntag" als auch "Der Wochenüberblick mit Irada Sejnalowa" stellten dabei Österreich als Opfer einer US-dominierten Politik des Westens dar, die Sebastian Kurz' Vermittlerrolle zwischen Russland und Europa torpedieren wolle.

In ihrem Beitrag zur Zukunft Europas erklärte Starmoderatorin Irada Sejnalowa auf NTW zunächst den österreichischen Bundeskanzler Kurz sowie Frankreichs Präsident Emmanuel Macro zu potenziellen Nachfolgern der bald zurücktretenden deutschen Bundeskanzlern Angela Merkel.

Russisches TV über Merkel-Verschwörung

"Beide gelten als Populisten, beide haben große Ambitionen, beide wollen die wichtigsten Unterhändler des europäischen Kontinents sein. Und beide haben ihre Unzulänglichkeiten", sagte sie und verwies auf eine angebliche Verschwörung gegen Merkel, über die das deutsche Nachrichtenmagazin Focus berichtet habe.

Kurz fordert Erklärungen

"Doch dann gibt es auch bei Kurz ein Leak. Sie wollen eine Freundschaft mit Russland? Aber die Geheimdienste fanden bei Ihnen zwei russische Spione. Kurz will von Moskau Erklärungen, die Außenministerin, die gerade noch mit Putin auf ihrer eigenen Hochzeit tanzte, sagt ihren Moskau-Besuch ab", erläuterte die Moderatorin und berichtete davon, dass deutsche Geheimdienste doch auch österreichische Politiker abgehört hätten.

Spionagefall "zerstört" Beziehungen zu Moskau

Vielleicht versuchten also die Deutschen nun Kurz' Freundschaft mit Moskau abzukühlen, womöglich stünden aber auch die Amerikaner dahinter, erläuterte Sejnalowa ihrem Millionenpublikum und ließ abschließend einen französischen Experten zu Wort kommen: "Sie (die USA, Anm.) können so Europa unter Kontrolle halten. Denn der österreichische Skandal zerstört die Beziehungen von jenen zu Moskau, die Vermittler waren und zwischen Russland und Europa für Frieden sorgen können", sagte Sorbonne-Professor Arnaud Benedetti gegenüber dem russischen Fernsehsender, der von Gazprom und der Gazprombank kontrolliert wird.

Moderator: Österreich von USA kontrolliert

Auf ähnliche Weise stellte am Sonntagabend aber auch Starmoderator und "Einiges Russland"-Politiker Pjotr Tolstoj auf dem halbstaatlichen Sender Perwy Kanal den österreichischen Spionagefall dar. Tolstoj illustrierte mit der Causa seine These, dass in der US-Außenpolitik keine fairen Spielregeln mehr existierten und es deshalb keine Vermittler (zwischen Russland und dem Westen, Anm.) geben könne. "Österreich wurde schnell erklärt, dass es mit seiner Souveränität seit 100 Jahren vorbei ist. Jetzt darf sich Wien schon darüber freuen, dass es keine Hetzjagd ausrufen muss und mit einem billigen Skandal davonkommt", sagte eine Stimme aus dem Off.

Salzburger Spion: Festnahme

Am Freitag wurde bekannt, dass ein Salzburger Ex-Offizier mehr als 20 Jahre lang für Russland spioniert haben soll. Das bestätigten Bundeskanzler Kurz (ÖVP) und Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) bei einer Pressekonferenz. Am Samstag ist der Verdächtige festgenommen worden. Derzeit wird über eine U-Haft beraten.


(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.06.2019 um 05:03 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/salzburger-spion-russisches-tv-sieht-oesterreich-als-opfer-60802288

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