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Schäuble lobt bei G-20-Treffen Chinas Währungspolitik

Sorge um Chinas Wirtschaft Salzburg24
Sorge um Chinas Wirtschaft

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble lobt Chinas Währungspolitik. Den chinesischen Renminbi sieht er auf dem Weg zur Welt-Reservewährung. Die Volksrepublik sei in die richtige Richtung gegangen, um in den Währungskorb des Internationalen Währungsfonds (IWF) aufgenommen zu werden, sagte Schäuble am Freitag vor einer Konferenz der G-20-Finanzminister und Notenbankchefs im türkischen Ankara.

Zuvor hatte sich bereits Bundesbank-Präsident Jens Weidmann offen zur Debatte über eine Renminbi-Aufnahme geäußert.

Chinas Notenbank hatte in jüngster Zeit den Kurs der Landeswährung stärker an die Marktentwicklung herangeführt. Allerdings hatte sie auch heftig interveniert, um ein zu starkes Abgleiten der Landeswährung zu verhindern. Schäuble beklagte, die jüngsten Maßnahmen der chinesischen Notenbank seien in manchen deutschen Medien "falsch wahrgenommen worden". Das Land strebt an, seine Währung möglichst schnell in den Währungskorb des IWF zu bringen, was ihm einen hohen Prestigegewinn bringen würde.

Der jüngste Börsencrash und die Konjunkturabkühlung in China sorgen für Unruhe in der Weltwirtschaft. Beim G-20-Treffen werde über die Entwicklungen in der Volksrepublik sicherlich intensiver diskutiert, sagte Schäuble. Das gelte auch für die Schwellenländer insgesamt. Vor allem Brasilien leidet aktuell unter massiven ökonomischen Problemen.

Unmittelbar vor dem G-20-Treffen warnte der Internationale Währungsfonds (IWF), die sich abkühlende Konjunktur in China und die Schwankungen an den Finanzmärkten könnten sich erheblich auswirken. Als weitere Risiken wurden auch ein stärkerer Dollar und Währungsabwertungen in Schwellenländern, fallende Rohstoffpreise sowie ein geringerer Kapitalzufluss genannt: "Ein gleichzeitiges Eintreffen einiger dieser Risiken würde eine viel schwächere Aussicht bedeuten." Im Juli hatte der IWF die Prognose für das globale Wachstum 2015 auf 3,3 Prozent gesenkt. 

Zweites großes Thema der Konferenz ist die Niedrigzinspolitik von Notenbanken weltweit sowie die Konsequenzen der erwarteten Zinswende in den USA. Hierzu bekräftigte Schäuble seinen Standpunkt. Er sieht die ultra-lockere Geldpolitik vielerorts seit langem mit Skepsis, auch die im Euro-Raum. "Ich glaube, wir haben nicht zu wenig Liquidität in den Märkten und auch nicht zu wenig Schulden, sondern wir haben eher die Gefahr von Blasenbildung", führte er nun aus.

Aus dem Kreis der Schwellenländer wurden jedoch Befürchtungen laut, dass ein Zinsanstieg in den USA für sie negative Folgen hat. Ein Mitglied der russischen G-20-Delegation sagte, einige Schwellenländer hätten versucht, die absehbaren Zinserhöhungen in Industrieländern im Kommunique zu dem Treffen als ein "ernstes Risiko" für die Weltwirtschaft einzustufen. Sie seien mit diesem Vorstoß aber gescheitert.

Insgesamt rechnet Schäuble mit einer etwas ruhigeren G-20-Treffen als zuletzt. Das von Schuldenkrisen erschütterte Europa steht seinen Worten zufolge diesmal nicht im Mittelpunkt. Über das Flüchtlingsproblem werde allerdings wohl am Rande gesprochen. Als "Erfolgsgeschichte" bezeichnete der Minister die seit 2013 verfolgte G-20-Initiative zur Schließung von Steuerschlupflöcher für international tätige Konzerne solle beim Gipfel im November in Antalya abgeschlossen werden.

(Quelle: S24)

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