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Schauspieler Christopher Lee mit 93 Jahren gestorben

Mit Christopher Lee verliert die Filmwelt einen ihrer markantesten Darsteller. Der britische Schauspieler, der am Sonntag im Alter von 93 Jahren in London verstorben ist, prägte das Dracula-Bild einer ganzen Generation und war auch in den vergangenen Jahren steter Gast auf den Kinoleinwänden dieser Welt. Denn trotz Zuspitzung auf das Image als Bösewicht mangelte es Lee nicht an Variantenreichtum.

Bis zuletzt hatte der groß gewachsene Charakterkopf Filmpläne. Nicht nur einmal gab er zu verstehen, dass er an einen Ruhestand nicht im Entferntesten denke: "Je älter ich werde, umso mehr Rollenangebote erhalte ich", hatte er vor einigen Jahren am Rande einer Unicef-Gala in München erklärt - und nachgesetzt: "Ich werde Filme drehen, so lange ich lebe." Und auch seine musikalischen Vorlieben hat er noch im hohen Alter verfolgt: Erst 2013 erschien das letzte Metal-Album "Charlemagne: The Omens of Death".

Den meisten Fans wird Lee aber in seiner Paraderolle als "Graf Dracula" in Erinnerung bleiben: Der düstere Vampir brachte ihm 1958 internationalen Ruhm ein, legte ihn jedoch gleichzeitig auf das Genre des Horrorfilms der Kategorie B-Movie fest. Mehr als ein Jahrzehnt lang schlüpfte er immer wieder in die Rolle und hatte dementsprechend damit zu kämpfen, sich vom Horrorfach zu lösen. Sein Faible für klassische Stoffe manifestierte sich aber auch in Engagements als Frankenstein oder in der Sherlock-Holmes-Verfilmung "Der Hund von Baskerville".

In den 1970er-Jahren verlegte Lee seinen Wohnsitz in die USA, wohl auch um seiner Karriere eine neue Richtung zu geben. Den Bösewicht vom Dienst konnte er aber nicht ablegen: Im James-Bond-Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" spielte er etwa Francisco Scaramanga, den Gegenspieler von 007. Privat zeigte er aber eine andere Seite und engagierte sich etwa für das Kinderhilfswerk Unicef. Dafür wurde er von der Organisation "Cinema for Peace" geehrt, 2009 wurde Lee schließlich von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen.

Kürzergetreten ist Lee in den vergangenen Jahren kaum: Rollen in Tim-Burton-Filmen wie "Sleepy Hollow" oder "Charlie und die Schokoladenfabrik", denkwürdige Auftritte als böser Zauberer Saruman in Peter Jacksons "Herr der Ringe"- und "Der Hobbit"-Verfilmungen oder sein intergalaktischer Kampf als Count Dooku in den jüngsten "Star Wars"-Episoden machte ihm einer neuen Generation von Filmfans bekannt. Nun ist er nach Medienberichten Atemproblemen und einem Herzversagen erlegen. Eine Sprecherin des Schauspielers kommentierte die Todesnachricht am Donnerstag nicht. Die Familie wünsche das so, sagte sie. Londons Bürgermeister Boris Johnson würdigte den Verstorbenen als "einen der größten britischen Schauspieler" und "Meister des Makabren".

(Quelle: S24)

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