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Schiffswrack am Jangtse wird mit Kränen aufgerichtet

Möglicherweise sind 400 Menschen ums Leben gekommen Salzburg24
Möglicherweise sind 400 Menschen ums Leben gekommen

Chinas Behörden haben am Donnerstag begonnen, das am 1. Juni auf dem Jangtse-Fluss gekenterte Ausflugsschiff mit zwei großen Kränen aufzurichten. In der Nähe versammelten sich zahlreiche Angehörige der Verunglückten mit Kerzen und Blumen. Große Hoffnung, noch weitere Überlebende der Schiffskatastrophe zu finden, gab es nicht.

Nach amtlichen Angaben wurden bisher 77 Leichen geborgen, nur 14 der insgesamt 456 Insassen wurden lebend gerettet. Mit Tränen in den Augen bildeten die Menschen aus Kerzen Kreuze, Herzen und das Datum des Unglücks. "Sei stark, sei stark", sagte eine Frau zu einer anderen, als beide schluchzend Blumen niederlegten. Die aufgewühlten und verzweifelten Angehörigen verlangten von den Behörden Auskunft über das Schicksal der Verunglückten.

Die Regierung in Peking sicherte unterdessen zu, die Suche nach Vermissten fortzusetzen, denn die Rettung von Leben habe "oberste Priorität". In einer Erklärung nach einem Treffen des Präsidenten Xi Jinping mit Spitzenpolitikern hieß es, auch für die Angehörigen der Verunglückten werde gesorgt. Zudem werde es "rechtzeitige, genaue und transparente Informationen" aus den Ermittlungen geben.

Die Suche nach Vermissten wurde den Rettungskräften zufolge weiter durch die starke Strömung und das schlammig-trübe Wasser erschwert. Angehörige der Opfer kritisierten die restriktive staatliche Informationspolitik. Chinesische Medienberichte konzentrierten sich auf Regierungschef Li Keqiang, der die Rettungsarbeiten koordinierte. Während einer Pressekonferenz am Mittwoch hatten die Behördenvertreter keine Angaben über Opfer gemacht. Fragen wurden nicht zugelassen.

Die Arbeit der Taucher wurde durch ergiebige Regenfälle behindert. "Sie tappten bei jedem Tauchgang im Dunkeln", sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Die Taucher versuchten demnach, jede Kabine des kieloben liegenden Wracks zu durchsuchen. Einer der Einsatzkräfte berichtete, die starke Strömung mache dies aber oftmals unmöglich. Der Taucher Guan Dong, der eine 60-jährige Überlebende aus einer Luftblase retten konnte, sagte, "ich konnte trotz meiner Unterwasser-Taschenlampe kaum meine Finger sehen". In den Kabinen sei die Sicht sogar noch schlechter.

Auf Anordnung der Regierung wurde der Wasserausstoß an der Drei-Schluchten-Talsperre mehr als halbiert, um die Rettungsarbeiten bis zu 220 Kilometer weiter flussabwärts zu erleichtern. Chinesische Medien berichteten, Leichen seien dutzende Kilometer vom Schiffswrack entfernt gefunden worden.

Das überwiegend mit Senioren besetzte Ausflugsschiff "Dongfangzhixing" ("Stern des Ostens") war am Montagabend während einer Flusskreuzfahrt auf dem Jangtse gekentert und binnen kurzer Zeit gesunken. Unglücksursache war nach Angaben von Überlebenden und Meteorologen ein Wirbelsturm. Im Gegensatz zu anderen Schiffen war der "Stern des Ostens" nach einer entsprechenden Sturmwarnung nicht vor Anker gegangen. Der überlebende Kapitän des Ausflugsschiffs wurde am Donnerstag weiter vernommen.

(Quelle: S24)

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