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Schlagabtausch von Anlegern und VW zu Abgas-Skandal

Die Stimmung im VW-Prozess ist aufgeheizt APA (DPA)
Die Stimmung im VW-Prozess ist aufgeheizt

Im milliardenschweren deutschen Musterverfahren zum VW-Abgas-Skandal haben sich die Parteien am Montag einen heftigen Schlagabtausch geliefert. Volkswagen versuche, kriminelles Handeln zu verniedlichen, meinte der Anwalt der Musterklägerin Deka Investment am dritten Verhandlungstag am Oberlandesgericht Braunschweig. Gegen diesen Vorwurf wehrte sich die Gegenseite vehement.

VW-Anwalt Thomas Liebscher sprach von einer "verallgemeinernden Darstellung" und verwies auf die in Deutschland geltende Unschuldsvermutung. Auch der Anwalt des VW-Hauptaktionärs Porsche SE wies den Vorwurf als "pauschale Verunglimpfung" zurück.

Die entscheidende Frage ist: Hat VW die Märkte rechtzeitig über die Affäre um millionenfache Manipulationen an Dieselmotoren informiert? Dafür müsse unbedingt geklärt werden, wer was wann gewusst hat, forderte Tilp erneut. Nach dem Bekanntwerden der Abgas-Affäre hatten die Vorzugsaktien des Unternehmens zwischenzeitlich fast die Hälfte ihres Werts verloren, Anleger erlitten teils massive Verluste.

Die mündliche Verhandlung wurde vom Gericht unterdessen bis Ende November unterbrochen. Dann sollen die bisher ausgeklammerten Schadensansprüche der Kläger zur Sprache kommen, wie Richter Christian Jäde am Montag ankündigte. Auch dürfte geklärt werden, wie diese berechnet werden sollen.

Bis dahin sollen die Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit für schriftliche Stellungnahmen zu den an bisher drei Verhandlungstagen besprochen Themen haben. Das Gericht will in dieser Zeit Beschlüsse zu einigen Verfahrenspunkten fassen. Richter Jäde machte klar, dass die VW-Muttergesellschaft Porsche SE Musterbeklagte in dem Braunschweiger Prozess bleiben soll. Ob auch Feststellungsziele gegen die Stuttgarter Holding zulässig sind, soll durch den Bundesgerichtshof geklärt werden.

(APA/dpa)

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