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Schlussplädoyers im Manafort-Prozess schon am Mittwoch

Das Urteil könnte schneller falen als gedacht APA (AFP/Getty)
Das Urteil könnte schneller falen als gedacht

Der Prozess gegen den früheren Wahlkampfleiter von US-Präsident Donald Trump, Paul Manafort, geht voraussichtlich noch diese Woche zu Ende: Weil Manaforts Verteidiger keine Zeugen präsentierten und auch auf eine Befragung ihres Mandanten vor Gericht verzichteten, rief das Gericht in Alexandria Verteidigung und Anklage auf, am Mittwoch ab 09.30 Uhr (15.30 Uhr MESZ) ihre Schlussplädoyers zu halten.

Anschließend soll die zwölfköpfige Jury über das Urteil beraten. Dieses könnte bis Ende der Woche fallen. Der Prozess hatte erst vor zwei Wochen, am 31. Juli, begonnen. Die Anklage hatte mehr als 20 Zeugen präsentiert. Den Antrag der Verteidigung, einige der 18 Anklagepunkte gegen Manafort fallen zu lassen, hatte Bundesrichter T.S. Ellis abgelehnt.

Manafort wird vorgeworfen, Millioneneinnahmen aus seiner Beratertätigkeit für russlandfreundliche Politiker in der Ukraine, darunter der 2014 gestürzte Staatschef Viktor Janukowitsch, auf ausländischen Konten vor den US-Behörden verborgen zu haben. Der Prozess ist der bisher erste, der durch die Untersuchungen des US-Sonderermittlers in der Russlandaffäre, Robert Mueller, zustande gekommen ist.

In Muellers Ermittlungen geht es schwerpunktmäßig um mutmaßliche russische Einmischungen zugunsten Trumps in den US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 sowie den Verdacht einer möglichen Verwicklung von Trump-Mitarbeitern in diese Interventionen. Die Ermittlungen haben bisher zu Anklageerhebungen gegen 31 Verdächtige geführt, darunter neben Manafort drei weitere frühere Trump-Mitarbeiter und 26 Russen. Trump hat die Ermittlungen wiederholt als politische "Hexenjagd" gegeißelt.

Um den von Mueller untersuchten Vorwurf illegaler Absprachen mit Moskau geht es in dem Verfahren gegen Manafort nicht. Die Vorwürfe beziehen sich auf Manaforts Aktivitäten vor seiner Tätigkeit als Trumps Wahlkampfmanager, vornehmlich auf die Jahre 2005 bis 2014. Trotzdem wird der Prozess von der US-Politik und den Medien mit Spannung verfolgt.

Manafort ist der einzige der vier Angeklagten aus Trumps Wahlkampfteam, der nicht mit den Sonderermittlern kooperiert. Der 69-Jährige weist alle Vorwürfe zurück. Im September soll ein zweiter Prozess gegen Manafort im Zusammenhang mit Muellers Ermittlungen beginnen.

(APA/ag.)

(Quelle: S24)

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