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Schule und Islam: IGGÖ für Versachlichung der Diskussion

IGGÖ-Präsident Olgun kritisiert "negative Stimmungsmache" APA (Archiv)
IGGÖ-Präsident Olgun kritisiert "negative Stimmungsmache"

Die Islamische Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) ruft in der vom Buch "Kulturkampf im Klassenzimmer" der Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger ausgelösten Diskussion zur Versachlichung auf. "Billiger Populismus und Symbolpolitik werden die Probleme im Bildungsbereich nicht lösen", so IGGÖ-Präsident Ibrahim Olgun am Freitag. Er will Wiesinger in den nächsten Tagen zu einem Gespräch einladen.

Die IGGÖ bedauert, dass in den vergangenen Tagen in der Öffentlichkeit "der Kulturkampf" in den österreichischen Schulen ausgerufen worden sei. "Die IGGÖ verschließt sich natürlich nicht vor den Herausforderungen und Problemfeldern, die im Miteinander in den Schulen auftauchen. Es kann aber nicht sein, dass in dieser Diskussion alle muslimischen Kinder pauschal unter Generalverdacht gestellt werden", so Olgun.

Für Olgun ist es wichtig, die Erfahrungen des Lehrpersonals ernst zu nehmen und sein "pädagogisches Know-how im Sinne unserer Kinder bestmöglich zu nutzen". Es mache keinen Sinn, die Problemfelder kleinzureden, "aber umgekehrt ist es auch nicht im Sinn der Sache, das Problem größer zu machen, als es tatsächlich ist".

Der IGGÖ-Präsident hat den Eindruck, "dass es Teilen der Politik, insbesondere manchen Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsparteien, darum geht, auf Kosten der Musliminnen und Muslime negative Stimmungsmache zu betreiben". Er fordert eine sachliche, lösungsorientierte und faktenbasierte Diskussion sowie zielgerichtete pädagogische und soziale Maßnahmen, die von Experten ausgearbeitet werden.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 09:40 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/schule-und-islam-iggoe-fuer-versachlichung-der-diskussion-60255535

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