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Schulpartner-Kritik an Matura-Reform

Bundesschulsprecher Lukas Faymann (2.v.l.) Salzburg24
Bundesschulsprecher Lukas Faymann (2.v.l.)

Eltern-, Lehrer und Schülervertreter wehren sich gegen die Kürzung der Vorbereitungsstunden bei der mündlichen Matura. Mit einer Bürgerinitiative wollen die Schulpartner nun das Parlament damit befassen. Für die ab 2015 an den AHS verpflichtende neue Reifeprüfung werden den Lehrern pro Arbeitsgruppe nur mehr vier Vorbereitungsstunden pro Prüfungsgebiet bezahlt.

Bisher wurde dafür die Wochenstundenanzahl des jeweiligen Gegenstands in der achten Klasse mit vier multipliziert. In Nebenfächern (meist zwei Stunden pro Woche) wurden also meist bis zu acht Vorbereitungsstunden abgegolten, in Hauptfächern (meist drei bis vier Wochenstunden) bis zu zwölf oder 16.

Weitere Änderung: Bisher wurden die zwischen schriftlicher und mündlicher Reifeprüfung abgehaltenen Vorbereitungsstunden im Regelfall pro Klasse vom jeweiligen Lehrer gehalten. Künftig werden die Kandidaten eines Prüfungsfaches aller achten Klassen in einer Arbeitsgruppe zusammengefasst.

Gerade beim ersten Durchgang der neuen Reifeprüfung brauche es mehr Vorbereitung, forderte Bundesschulsprecher Lukas Faymann. Bei Verhandlungen mit dem Ministerium habe es auch schon Zusagen für eine Aufstockung gegeben, die aber dann widerrufen worden seien. Daher habe man eine Bürgerinitiative gestartet, die nach 48 Stunden schon 2.500 Unterstützer verzeichne. Ab 500 Unterschriften muss eine solche im Petitionsausschuss des Nationalrats behandelt werden. Einen Boykott der Matura als weitere Maßnahme kann er sich aber nicht vorstellen.

Der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, ortete rein finanzielle Gründe für die Stundenkürzung. Mit der Einführung der verpflichtenden vorwissenschaftlichen Arbeit bei der neuen Matura, deren Betreuung den Lehrern finanziell abgegolten wird, seien Zusatzkosten entstanden. "Deshalb hat man jetzt kein Geld für Vorbereitungsstunden, weil die kosten ja auch was." Ursprünglich seien sogar gar keine Vorbereitungsstunden geplant gewesen.

Natürlich könne in den Vorbereitungsstunden nicht der ganze Stoff wiederholt werden und diese ersetzten auch nicht das Lernen, so Quin. Aber gerade beim Durcharbeiten konkreter Fragen merkten die Schüler oft, was sie nicht verstanden hätten: "Das kann dann geklärt werden. Je mehr Stunden es gibt, desto leichter." Das vom Ministerium immer wieder vorgebrachte Argument, dass ohnehin nie alle Vorbereitungsstunden ausgeschöpft worden wären, ärgerte Quin: "Natürlich wurden nie 100 Prozent gehalten. Wenn ein Lehrer einmal krank war, gab es eben elf statt zwölf Stunden. Ich behaupte aber, dass 99,8 Prozent der Stunden gehalten wurden."

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hält die Vorbereitungszeit für die mündliche Matura für ausreichend. Die Themen seien durch die Neugestaltung der Reifeprüfung seit Ende November bekannt, so die Ministerin im Ö1-"Mittagsjournal". Die Schüler hätten nun sechs Monate Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Das Thema sei schon 2012 besprochen worden, meinte die Ministerin. Damals sei von den Schulpartnern signalisiert worden, dass die vier Vorbereitungsstunden mit den Lehrern zwischen schriftlicher und mündlicher Prüfung ausreichen. Bei der neuen mündlichen Matura müssen die Themenbereiche in den einzelnen Gegenständen von allen jeweiligen Fachlehrern der Schule vorgegeben und bis Ende November bekanntgemacht werden. Die konkreten Aufgaben bei der Matura selbst kommen weiterhin vom Klassenlehrer.

Heinisch-Hosek zeigte sich aber gesprächsbereit: Am 19. Dezember finde wieder eine Sitzung der Bundesreifeprüfungskommission statt, bei der die Anliegen der Schulpartner besprochen werden könnten.

Der Konflikt zwischen Lehrervertretern und Bildungsministerium um die Kontrolle der Aufgaben bei der schriftlichen Zentralmatura dürfte hingegen entschärft sein. Die Pädagogen sollen nun doch nicht alle Aufgaben auf Vollständigkeit checken, sondern lediglich, ob auch genügend Aufgabenpakete geliefert worden sind. Die Prüfungsfragen bleiben bis zur Matura versiegelt.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.05.2021 um 08:28 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/schulpartner-kritik-an-matura-reform-46178335

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