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Schweigsamer Orbital-Manager im Eurofighter-U-Ausschuss

Der Eurofighter-Untersuchungsausschuss hat am Donnerstagnachmittag versucht, weiter Licht in die Finanzströme rund um den umstrittenen Jet-Ankauf zu bringen - scheiterte jedoch an einem schweigsamen Manager. Johan Leif Eliasson betonte vor dem Ausschuss lediglich, dass seine Firma Orbital völlig korrekte Gegengeschäfte abgewickelt habe, entschlug sich aber sonst in weiten Teilen der Befragung.

Der gebürtige Schwede Eliasson war früher bei Saab und beschäftigte sich mit der Anbahnung von Gegengeschäften. Dies tat er später auch für den Konkurrenten EADS. Auch wenn Saab damals keine Flugzeuge an Österreich verkauft habe, war Eliasson "stolz" auf sein Offset-Angebot, das "bei weitem das beste" gewesen sei. Eliasson zeigte sich in seinem Eingangsstatement auch als Fan von Gegengeschäften, diese richtig ausgeführt seien ein "sehr kraftvolles Werkzeug". Auch die Annahmen für die Gegengeschäfte in Österreich waren seiner Meinung nach "realistisch" und gut durchdacht. Saab verließ Eliasson 2004 und ging dann zum Familienunternehmen Orbital, wo er Kommanditist ist.

Via Orbital sollen von Vector 1,3 Mio. Euro weiter an Inducon geflossen sein. Dazu nahm die Auskunftsperson allerdings ebenso wenig Stellung wie zu zahlreichen anderen Vorhaltungen bezüglich möglicherweise mehrfach verrechneter Geschäfte. Eliasson entschlug sich permanent, da er Beschuldigter in einem Verfahren der Staatsanwaltschaft Wien ist.

Eliasson betonte, dass "vollkommen normale Geschäftsmethoden und Zahlungen" angewendet wurden. Die "Turbulenzen" rund um den Jet-Ankauf, die er den Medien entnehme, konnte er nicht nachvollziehen. "Orbital ist keine Briefkastenfirma." Sie betreibe "normale Geschäfte, nichts Kriminelles". Auch hielt er fest: "Orbital und ich sind nur ganz kleine Figuren. Wir hatten auch kein Wissen von großen Transaktionen und unterschiedliche Personen."

Für Verärgerung von SPÖ und NEOS sorgte die Tatsache, dass von einer Zeugen- bzw. Beschuldigteneinvernahme Eliassons im Juli lediglich Fragmente vorlagen. SPÖ-Fraktionsführer Rudolf Plessl und NEOS-Mandatar Michael Bernhard sahen hier das Ressort von Justizminister Josef Moser (ÖVP) gefordert, ausständige Unterlagen zu liefern. Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Sobotka (ÖVP) ließ diese Kritik jedoch nicht gelten und verwies auf die noch laufende Frist für die Nachlieferung.

(APA)

Aufgerufen am 13.12.2018 um 05:03 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/schweigsamer-orbital-manager-im-eurofighter-u-ausschuss-60434209

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