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"Kindesentführung"

Seilbahnunglück: Überlebender Bub in Israel

Familie der Mutter soll Kind "gefangen halten"

20210523_PD2624.HR.jpg AFP/Handout
Eine Kabine der Seilbahn stürzte rund 100 Meter weit ab.

Die Ermittlungen um den nach Israel entführten, überlebenden Bub des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore in Italien im Mai ziehen immer weitere Kreise. Die Justiz hat nun auch Untersuchungen gegen die Großmutter des Sechsjährigen israelischer Abstammung aufgenommen, der von der Familie mütterlicherseits von Italien nach Israel gebracht worden war. Der Vorwurf lautet auf Kindesentführung.

Diesbezügliche Ermittlungen laufen bereits gegen den Großvater.

Bub im Krankenhaus in Tel Aviv in Behandlung

Das Kind wird derzeit laut den Angehörigen in einem Krankenhaus in Tel Aviv behandelt. Der Bub soll von den israelischen Verwandten der in Italien lebenden Tante väterlicherseits entzogen worden sein, die von den Behörden das Fürsorgerecht erhalten hatte.

Kind verliert bei Gondel-Absturz Familie

Der Bub hatte beim Absturz einer Seilbahn-Gondel am 23. Mai seine Eltern und seinen Bruder verloren. Insgesamt kamen bei dem Unfall im Piemont 14 Menschen ums Leben. Ein Gericht ernannte daraufhin die in Pavia in der Region Lombardei lebende Schwester des Vaters zum Vormund.

Familienstreit sorgt für Aufsehen

Der Familienstreit um das Kind sorgt in Italien für großes Aufsehen. "Das Außenministerium prüft den Fall und das weitere Vorgehen", erklärte dazu Außenminister Luigi Di Maio. Cristina Pagni, eine der Anwältinnen der Tante väterlicher Seite, erklärte, sie überlege, ob sie sich auf das Haager Entführungsübereinkommen von 1980 berufen solle, um den Buben nach Italien zurück zu holen.

"Die Familie der Mutter hält das Kind gefangen, wie Soldaten des israelischen Heeres in den Hamas-Gefängnissen gehalten werden", klagte Or Nirko, Ehemann von Aya Biran, der Tante väterlicher Seite. Die Großeltern würden sich weigern zu sagen, wo sich das Kind derzeit befinde.

(Quelle: APA)

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