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Selbsternannte Bürgerwehr "Vikings Security Austria" organisiert sich wie Motorradclub

Die österreichische Polizei ist die einzig legitime Staatsmacht im Bereich der Sicherheit. Bilderbox
Die österreichische Polizei ist die einzig legitime Staatsmacht im Bereich der Sicherheit.

Die neu in Erscheinung getretene Gruppe "Vikings Security Austria", die in Linz (OÖ) als selbst ernannte Bürgerwehr Patrouillen plant, versucht sich offensichtlich nach der Art und Weise von Motorradclubs zu organisieren. Das beginnt bei der Kleidung und geht mit der Organisationsweise von der Führungsebene abwärts weiter, wie Einträge der Gruppe auf Facebook zeigen.

Die oberste, "nationale" Ebene bilden ein Präsident und dessen Vize sowie ein sogenannter "Sergeant at Arms", der für die innere Disziplin und Ausrüstung verantwortlich ist. Dazu kommt noch ein sogenannter Secretary, also Schriftführer. Alle Begriffe stammen aus der Motorradclubszene. Unter dieser Führungsebene will die Gruppe "Divisionen" in Bundesländern aufbauen, die wiederum - ebenso nach dem Vorbild von Motorradclubs - aus einzelnen "Chaptern", also Ortsgruppen, bestehen sollen. Mitglied kann man bei den selbst ernannten Ordnungshütern nur nach einer "Prospect"-Phase werden. Auch das ist bei Motorradclubs der Fall.

Vollmitglied mit dreiteiligem Rückenemblem

"Prospect wird man durch 2-3 mal Streife laufen mit einem 'Leader' (Chapterchef, Anm.)", heißt es in einem Online-Eintrag der Gruppe. Wenn der Prospect nach dem Geschmack der Mitglieder ist und "derjenige bezüglich Verhalten und Carakter zur Truppe passte", kann er nach Vorschlag seines Chapter-Chefs nach dem Okay des Divisionsleaders zum Vollmitglied werden. Erst dann "darf" ein Mitglied das dreiteilige Rückenemblem samt Logo tragen. Auch das haben sich die "Vikings" von der Motorradszene abgeschaut. Prospects dürfen zuvor nur den Schriftzug, nicht aber das Logo der Gruppe tragen. Unterstützer dürfen nur "Supporter"-Kleidung tragen.

"Vikings Security Austria" unter Beobachtung

Online ist die Gruppe, die martialisch auftritt und vom Verfassungsschutz beobachtet wird, in Österreich erstmals im August aufgetaucht. Unklar ist die Mitgliederzahl, die aber nicht allzu hoch sein dürfte. Auf Facebook-Bildern sind nur wenige Personen von hinten zu sehen. Facebook-Profilbild der vier bisher auf Facebook in Erscheinung getretenen Ableger in Wien, Linz, Graz und Salzburg ist ein abstrakter Adler. Die Flügel deuten farblich die alte deutsche Reichsflagge (schwarz-weiß-rot) an. In sozialen Medien wirbt man um Mitglieder, das Vorhaben wird als "Guter Zweck" beworben.

Rekrutieren bei Identitärer Bewegung?

Laut Medienberichten rekrutiert sich das Personal aus dem Umfeld der rechtsextremen Identitären Bewegung - die "Vikings" selbst bestreiten das vehement. In Bayern gibt es seit März Aktivitäten der Gruppierung. Der bayerische Verfassungsschutz stuft die "Vikings" als rechtsextremistisch orientierte Gruppierung ein. Es gehe ihr darum, Ängste vor Migranten zu schüren und den Eindruck zu erzeugen, der Staat könne die Sicherheit der Bevölkerung nicht mehr gewährleisten. Die neuen Bürgerwehrgruppierungen würden diese vermeintliche Lücke schließen, die der Staat gelassen habe und vermeintlich für den Schutz der Bevölkerung sorgen.

Polizei Wien mit Stellungnahme

Bisher sei so eine Gruppierung Österreich nicht in Erscheinung getreten. Ähnlich ist der Inhalt von Tweets der Polizei Wien, in denen auch betont wird, dass die österreichische Polizei die einzig legitime Staatsmacht im Bereich der Sicherheit ist.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 18.04.2021 um 08:47 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/selbsternannte-buergerwehr-vikings-security-austria-organisiert-sich-wie-motorradclub-60495475

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