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Selbstmordattentäterin tötete in Nigeria mehrere Menschen

Im Nordosten von Nigeria hat eine junge Selbstmordattentäterin zwischen sechs und 15 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Bei dem Anschlag am Dienstag vor dem Busbahnhof in Damaturu wurden außerdem mehr als 40 Menschen verletzt, teilte die Polizei mit. Die Tat trägt die Handschrift der Extremistengruppe Boko Haram.

Neben der Attentäterin seien vor dem Busbahnhof sechs Menschen getötet und 42 weitere verletzt worden, erklärte ein Sprecher der Polizei im Teilstaat Yobe. Ein Zeuge berichtete, die junge Frau habe den Busbahnhof am frühen Morgen betreten wollen. Ihr sei aber der Zutritt verwehrt worden, weil sie sich geweigert habe, sich am Eingang durchsuchen zu lassen. Die Täterin habe den Ort daraufhin verlassen. Als ein Taxi vom Gelände gefahren sei, habe sie neben dem Auto ihren Sprengsatz gezündet. Neben der Attentäterin selbst seien sechs Menschen in dem Taxi getötet worden.

Ein Journalist, der kurz nach dem Anschlag am Tatort eintraf, nannte die gleiche Opferzahl. Ein Einwohner von Damaturu sprach dagegen von 15 Toten. Ein Busfahrer sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg News, die Attentäterin sei etwa zwölf Jahre alt gewesen. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Allerdings setzte Boko Haram zuletzt vermehrt junge Frauen für Selbstmordanschläge im unruhigen Nordosten des Landes ein.

Bei einem zweiten Anschlag in einem Außenbezirk von Damaturu sprengte sich am Dienstag ein Mann in Luft, wie die Polizei und Zeugen berichteten. Außer dem Attentäter gab es demnach keine weiteren Toten, ein Mann wurde leicht verletzt.

Im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias kämpft Boko Haram seit dem Jahr 2009 gegen den Staat. Allein seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Muhammadu Buhari Ende Mai wurden in dem Konflikt mehr als tausend Menschen getötet, insgesamt gab es mindestens 15.000 Todesopfer. In Kürze soll eine multinationale Truppe bestehend aus 8.700 Soldaten aus Nigeria, Niger, Kamerun, Benin und dem Tschad den Kampf gegen Boko Haram aufnehmen.

Frankreich will unterdessen eine internationale Konferenz organisieren, um über den Kampf gegen Boko Haram zu beraten. Präsident Francois Hollande sagte den betroffenen Ländern am Dienstag seine Unterstützung zu. Er werde Präsident Buhari in den kommenden Tagen in Paris empfangen, sagte Hollande bei einem Treffen mit Botschaftern in der französischen Hauptstadt. Er kündigte an, Buhari und seine Kollegen aus Kamerun, Niger und dem Tschad zu einer internationalen Konferenz einzuladen. "Wir schulden diesen Ländern unsere unerschütterliche Solidarität, weil es sich um befreundete Staaten handelt und weil es um die Stabilität in ganz Westafrika geht", sagte Hollande.

(Quelle: S24)

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