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Sisi Museum zeigt Totenschein der Kaiserin

Das Sisi Museum in Wien freut sich über einen makabren Neuzugang in seiner Sammlung: Besucher können ab sofort den Original-Totenschein der am 10. September 1898 in Genf ermordeten Kaiserin bestaunen. Ebenfalls erstmals ausgestellt werden Seidenstiefletten Elisabeths. "Sie belegen, dass sie tatsächlich sehr große, aber trotzdem ganz schmale Füße hatte", sagte Kuratorin Olivia Lichtscheidl der APA.

Der am 13. September 1898 ausgestellte Totenschein wurde - wie die Stiefletten - am 7. Mai 2015 von der Schloss Schönbrunn Betriebsgesellschaft (SKB), zu der das Sisi Museum gehört, in einer Auktion im Dorotheum angekauft. "Wo er vorher war, wissen wir nicht", erklärte Lichtscheidl am Donnerstag. Auf dem Dokument, das bisher lediglich als Faksimile zu sehen war, ist jedenfalls neben persönlichen Daten auch der Name des Attentäters, Luigi Lucheni, vermerkt. Er hatte der Monarchin während eines Spaziergangs eine - schon seit längerem im Museum präsentierte - Feile in die Brust gestoßen und ihr damit eine tödliche Verletzung des Herzbeutels zugefügt.

Allerdings ist den Behörden in Genf ein Fehler unterlaufen. "Sie haben als Geburtsort Schloss Possenhofen angegeben. Tatsächlich wurde sie aber im Herzog-Max-Palais in München geboren", unterstrich die Kuratorin. Dank spezieller Licht-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitskontrollen kann das Artefakt dauerhaft ausgestellt werden.

Nicht möglich ist das bei den Seidenstiefletten, die ebenfalls aus einer späten Lebensphase der Kaiserin stammen. Das äußerst heikle Schuhwerk misst eine Länge von 26 Zentimetern. "Das entspricht Schuhgröße 41 und belegt, dass die Kaiserin sehr große, aber ganz schmale Füße gehabt hat", meinte Lichtscheidl. Bisher sei das nicht so ausdrücklich klar gewesen, da vorrangig Schuhe aus ihrer Jugend bzw. Lederstiefeln, die sich mit der Zeit zusammenziehen, erhalten seien.

Gemeinsam mit den restaurierten hellen Seidenstiefletten kehrt ein bereits im Vorjahr zwischenzeitlich präsentiertes Sisi-Kleid in die Vitrine zurück. Das blau-weiße und eng taillierte Kleidungsstück stammt ebenfalls aus der letzten Lebensphase der Kaiserin: "Das ist aus der Garderobe in Korfu und insofern besonders, als Elisabeth nach dem Tod ihres Sohnes, Kronprinz Rudolf, fast nur noch Schwarz trug." Sowohl Stiefletten als auch Kleid müssen nach rund sechs Monaten wieder ins Depot.

Die Neuerwerbungen werden auch im Zuge von Spezialführungen mit Kurator Michael Wohlfahrt vorgestellt. Die nächste findet am Freitag unter dem Titel "Kaiserin Elisabeth - mit Dogge und zu Pferd" um 15.30 Uhr statt.

(Quelle: S24)

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