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Sorge um Supervulkan bei Neapel: Erde in Bewegung

Supervulkan in Italien macht Wissenschaftern Sorge. APA/ZAMG
Supervulkan in Italien macht Wissenschaftern Sorge.

Die Sorge um den Supervulkan im Nordwesten Neapels wächst. Denn seit den 1970er-Jahren hebt und senkt sich die Erde immer wieder – bis zu einem Meter. Die letzte Eruption der "Phlegräischen Felder" gab es 1538. Ein Ausbruch könnte schwere Folgen für ganz Europa haben.

Die "Phlegräischen Felder" bei Neapel sind ein aktiver Supervulkan mit gigantischen Magmakammern unterhalb der Erdoberfläche. Sie zählen zu den weltweit wenigen Dutzend Supervulkanen.

Der Supervulkan liegt direkt neben der italienischen Millionenstadt. Die letzte Eruption gab es 1538, dabei entstand ein neuer Berg. Sorgen macht nun den Wissenschaftern, dass sich die Erde seit den 1970er-Jahren immer wieder hebt und senkt - bis zu einen Meter.

Erde bei Neapel bewegt sich auf und ab

Eine Studie von Experten aus Neapel sieht Zeichen für einen Anstieg von Gasen im Erdinneren - und bestätigt, dass eine riesige Magmablase die "Phlegräischen Felder" im Westen der Stadt und den Vesuv im Osten verbindet.

Experte warnt vor Ausbruch

Ob das Heben und Senken der Erde ein erhöhtes Risiko für einen Ausbruch bedeutet, darüber trauen sich die Wissenschafter nichts zu sagen. In einem Interview mit Bild.de warnt jedoch der deutsche Vulkanologe Thomas Walter vor einem möglichen Ausbruch. „Schon vor rund einem Jahr habe ich gemeinsam mit anderen Vulkanologen vor einem Ausbruch gewarnt“, wird er dort zitiert.

Rufe nach Krisenplan immer lauter

Gerade weil ein Ausbruch des Supervulkans bei Neapel nicht voraussagbar ist, wird die Forderung nach einem detaillierten Krisenplan immer drängender. "Ein Notfallplan ist vor über 20 Jahren vom Zivilschutz angekündigt worden und liegt bis heute nicht vor", kritisiert schon vor vier Jahren Giuseppe Mastrolorenzo vom Osservatorio Vesuviano des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV).

Satellitenaufnahme des Tobasees, einer 100 km langen und 30 km breiten Caldera eines Supervulkans./Wikipedia Salzburg24
Satellitenaufnahme des Tobasees, einer 100 km langen und 30 km breiten Caldera eines Supervulkans./Wikipedia

Was ist ein Supervulkan?

Supervulkane sind die größten bekannten Vulkane, die im Gegensatz zu „normalen“ Vulkanen auf Grund der Größe ihrer Magmakammer bei Ausbrüchen keine Vulkankegel aufbauen, sondern riesige Calderen (Einbruchskessel) im Boden hinterlassen. Eine wissenschaftlich exakte Definition gibt es allerdings nicht. Den Begriff Supervulkan hat die Fachliteratur erst kurz nach der Jahrtausendwende aus Medienberichten übernommen.

Der letzte Ausbruch eines Supervulkans geschah im Gebiet des Lake Taupo (Neuseeland) vor etwa 26.500 Jahren. Die Zeit zwischen vollständiger Auffüllung der Magmakammer und dem darauf folgenden Ausbruch wird auf einige hundert bis wenige tausend Jahre geschätzt.

Als bisher stärkster Vulkanausbruch gilt der des Toba auf der indonesischen Insel Sumatra vor rund 74.000 Jahren, für den eine Magnitude von 8,8 errechnet wurde und der in der Folge über einen Zeitraum von etwa zehn Jahren massive weltweite Temperaturabsenkungen bewirkte.

 

(Quelle: S24)

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