Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Sperrmuster am Handy unsicherer als Passwörter

Die norwegische Studentin Marte Løge hat bei ihrer Masterarbeit 4.000 Sperrmuster auf Smartphones untersucht und dabei festgestellt, dass die Sperrmuster noch weniger Sicherheit bieten als ein gewöhnliches Passwort.

Bei der Wahl seines Passworts setzt der Mensch häufig auf Bequemlichkeit, nicht auf Sicherheit. Das zeigt schon die Liste der 25 am häufigsten verwendeten Passwörter: Auf Platz eins findet man „123456“, dicht gefolgt von „password“ oder „qwerty“.

Sperrmuster nicht sicherer

Als Altenative zu den klassichen Passwörtern gibt es auf Smartphones seit 2008 Sperrmuster, die das Handy durch das Wischen bestimmter, vordefinierter Gesten entsperren, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Google führte diese Muster im Jahr 2008 für sein Android-Betriebssystem ein. Doch offenbar geht der Mensch auch hier den Weg der Bequemlichkeit und setzt auf Einfachheit.

4.000 Muster untersucht

Im Zuge ihrer Masterarbeit untersuchte die norwegische Studentin Marte Løge rund 4.000 Sperrmuster. „Menschen sind berechenbar. Es war wirklich lustig zu sehen, dass die Leute für Passwörter und Sperrmuster die gleichen Strategien verwenden“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ die Studentin bei der Präsentation der Ergebnisse.

Ergebnisse der Forschung

Offenbar verfolgen Männer und Frauen einen unterschiedlich Ansatz bei der Vergabe der Sperrmuster. Mit steigendem Alter werden die Muster zudem einfacher. Die Ergebnisse der Forschung im Überblick:

  • Mehr als drei Viertel der Nutzer beginnen das Muster in einer der vier Ecken, knapp die Hälfte links oben.
  • Die durchschnittliche Anzahl an Knoten (Verbindungspunkte am Display) betrug fünf, Angreifer müssen dafür maximal 7152 Kombinationen durchprobieren. Allerdings bewegt sich ein Großteil der Muster von links oben nach rechts unten.
  • Männer vergeben im Schnitt längere und komplexere Muster als Frauen, mit steigendem Alter werden sie kürzer und simpler.
  • Frauen verwenden fast nie kreuzende Muster, also beispielsweise die Zahlenreihe 2-3-1 auf einer numerischen Tastatur. Dabei würde das die Sicherheit deutlich erhöhen.
  • Jeder zehnte Nutzer wählt einen Buchstaben als Muster, besonders häufig den Anfangsbuchstaben des Namens der Partner oder eigenen Kinder.
  • Neun-knotige Muster werden bis zu viermal häufiger genutzt als solche mit acht Knoten. Bei beiden ergeben sich jedoch gleich viele Kombinationsmöglichkeiten.

Empfehlungen für sichere Sperrmuster:

  • Je länger und komplexer die Sperrmuster, desto besser der Schutz.
  • Möglichst viele Kreuzungen verwenden.
  • In den Sicherheitseinstellungen des Smartphones sollte die Option "Muster anzeigen" deaktiviert werden. Dann werden die Fingerbewegungen beim Entsperren nicht mehr mit Linien auf dem Display visualisiert.

 

 

 

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.04.2021 um 01:51 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/sperrmuster-am-handy-unsicherer-als-passwoerter-48150193

Kommentare

Mehr zum Thema