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Spionageversuch auf Österreichs Botschaft in Ljubljana

Die Bespitzelung missglückte. APA/Symbolbild
Download von www.picturedesk.com am 07.09.2015 (15:04). Blick auf das Bundesamt für Ver-fassungsschutz und Terrorismus-bekämpfung (BVT) am Minoritenplatz in Wien. Der Untersuchungsausschuss zu den Spionage-Affären wird sich am kommenden Freitag im Parlament konstituieren, 16. Juli 2009. - 20090715_PD1919

Der slowenische Geheimdienst SOVA ist einem Medienbericht zufolge bei einem Spionageversuch auf die österreichischen Botschaft in Ljubljana ertappt worden. Die misslungene Bespitzelung habe sich zwischen März 2013 und November 2014 zugetragen, wie die Tageszeitung "Dnevnik" am Montag berichtete. Die slowenische Polizei habe auf Anzeige Österreichs Ermittlungen eingeleitet.

Der Fall ähnelt einem Spionageroman: "Dnevnik" zufolge wurde ein Geheimdienstmitarbeiter angewiesen, zur Beschaffung "interessanter Informationen" enge Kontakte mit einer Mitarbeiterin der Botschaft zu knüpfen. Diese habe die Absichten des Geheimdienstlers durchschaut und meldete es ihrem Vorgesetzten, wie das Blatt berichtete.

"Kein Kommentar" aus der österreichischen Botschaft

Mit dem Spionageversuch befasse sich nun die slowenische Polizei, auch die Staatsanwaltschaft ist laut der Zeitung informiert. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die SOVA enthielten sich einem Kommentar unter Berufung auf geheimdienstlich relevante Informationen. "Kein Kommentar", hieß es auch aus der österreichischen Botschaft in Ljubljana dazu. Im österreichischen Außenministerium war seit Montagvormittag keine Stellungnahme zu bekommen.

Das Büro des Regierungschefs Miro Cerar bestätigte indes, dass der aktuelle Premier über den Fall Bescheid weiß. "Der Ministerpräsident war über das Verfahren, das von den österreichischen Behörden eingeleitet wurde, informiert", hieß es gegenüber der Zeitung. Kommentieren könne Cerar die laufenden Verfahren jedoch nicht, so sein Büro.

Spionageversuch ein "Sicherheitsfiasko

Der Vorfall gefährde die guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern aber nicht, hieß es Kreisen des Regierungschefs. Begründet wird dies unter anderem damit, dass Slowenien bei den Bemühungen um die Fortsetzung des Schiedsverfahrens im slowenisch-kroatischen Grenzstreit eine maßgebliche Unterstützung durch Österreich erhalte.

Slowenische Sicherheitsexperten kommentierten die Angelegenheit als ein "Sicherheitsfiasko", das auf die schlechte Situation innerhalb des Geheimdienstes SOVA zurückzuführen sei. Zum Zeitpunkt des Spionageverdachts war Stane Stemberger der Chef des Geheimdienstes. Bestellt von der Regierung unter Regierungschefin Alenka Bratusek, leitete er die SOVA von März 2013 bis November 2014.

(APA)

(Quelle: S24)

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