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SPÖ plakatiert in Wien nun Häupl als Problemlöser

Wiens Bürgermeister vor seinen Plakaten Salzburg24
Wiens Bürgermeister vor seinen Plakaten

In ihrer ersten Plakatwelle für die bevorstehende Wien-Wahl affichierte die SPÖ noch die Probleme der Stadt, nun wird in den zweiten Sujets Bürgermeister Michael Häupl als Löser all dieser Probleme präsentiert. Dieser nutzte die Mitarbeiterkonferenz am Donnerstagabend, um die Genossen - nach einer Gedenkminute für die am Nachmittag tot aufgefundenen Flüchtlinge - auf den Wahlkampf einzustimmen.

Die erste Plakatwelle habe durchaus für Überraschungen gesorgt, meinte Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler. Man habe sich bewusst dafür entschieden, diesen Fragen Raum zu geben. "Aber wir sind auch die einzige Partei, die die richtigen Antworten hat, die sie in der Vergangenheit hatte und auch in der Zukunft die richtigen Antworten haben wird", betonte er.

Zum Thema Arbeitsmarkt ist Häupl daher in großformatiger Porträtaufnahme vor einer unscharfen Baustelle zu sehen. "Noch stärker in neue Arbeitsplätze investieren. Da lass' i ned locker!", heißt es darunter. Leistbares Wohnen soll per Gemeindebau garantiert bleiben: "Wir bauen wieder neue Gemeindewohnungen. Da bleib' i stur", versichert Häupl auf einem weiteren Plakat. Im linken unteren Eck ist der Claim der gesamten Kampagne zu lesen: "A G'spür für Wien".

"Jeder junge Mensch muss seinen Ausbildungsplatz haben. Da geb' i ned nach", soll die Jungen optimistischer stimmen und auch für die älteren Wiener hat der Bürgermeister eine Antwort. "Wer Hilfe braucht, muss sie auch bekommen. Da könnt's mir vertrauen", heißt der Slogan auf dem vierten Plakat, das im Hintergrund verschwommen eine Pflegerin mit zwei älteren Damen im Park zeigt.

Zuvor war die SPÖ nach einer Gedenkminute für die am Nachmittag in einem Lkw tot aufgefundenen Flüchtlinge vor einer bis auf den letzten Platz gefüllten Halle E im Museumsquartier intern in den Wahlkampf gestartet. Auch Häupl zeigte sich zu Beginn seiner Rede betroffen: Die heutigen Ereignisse sowie jene des Sommers hätten ihm "die mir eigene Fröhlichkeit" getrübt, so der Bürgermeister. "Es stimmt einen nachdenklich, ob es nicht das eine oder andere gibt, was wichtiger ist als der Wahlkampf."

Den Wahlkampf führe er jedoch nicht zum Selbstzweck, sondern auch über Grundideen, Haltungen und Charakter, erklärte Häupl, der bei dieser Gelegenheit eine Koalition mit der FPÖ erneut klar ausschloss. "So viel Niedertracht auf einem Fleck ist normalerweise gar nicht vorstellbar. Ich kann nicht ausschließen, wenn das nächste Mal einer zu mir kommt und sagt, ich soll mit so einer FPÖ koalieren, dass ich dann ausflippe - um nicht Schlimmeres zu sagen."

An diesem 11. Oktober könne man sich daher zwischen Charakterlosigkeit und Opportunismus sowie Menschen, die politisches Kapital aus Not und Elend schlagen würden und einer Partei, die Charakter und Haltung habe und Menschen helfen wolle, wählen, meinte Häupl, der die FPÖ an diesem Abend grundsätzlich als Hauptgegner zeichnete.

"Unser Kampf um Wien hat aber auch sehr viel mehr inhaltliche Gründe", erklärte der Bürgermeister, der daraufhin eine kleine Tour de Force durch das Wahlprogramm von Wohnen über Bildung bis Kultur absolvierte. Auch wenn die Voraussetzungen zugegebenermaßen - Häupl: "Ich bin ja schon von dieser Welt, das ist mir wohl bewusst" - nicht ideal seien, "kämpfen wir um unsere Haltung, unsere Werte und um unsere Stadt", appellierte er.

(Quelle: S24)

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