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"steirischer herbst" geht heuer "Back to the Future"

Der "steirische herbst" (25.9. bis 18.10.) eröffnet heuer mit dem Auftragswerk "Specter of the Gardenia oder Der Tag wird kommen" von Johannes Maria Staud und Josef Winkler. Das Festivalzentrum befindet sich im GrazMuseum, wo auch die zentrale Ausstellung "Hall of Half-Life" gezeigt wird. Rimini-Protokoll gestaltet in Kooperation mit dem Schauspielhaus einen Abend rund um Hitlers "Mein Kampf".

"Wir schauen zurück und nach vorn", erläuterte "Herbst"-Intendantin Veronica Kaup-Hasler am Mittwoch bei der Programmpräsentation in Graz das diesjährige Festival-Motto "Back to the Future". Dabei gehe es um die Fragen, "wie wir mit unserem Erbe umgehen, was müssen wir wegwerfen, was vielleicht wegsprengen, was weiter tragen?", führte Kaup-Hasler aus, und ergänzte: "Schon der Auftakt ist ein Zurückblicken."

Autor Josef Winkler erläuterte seine Arbeit und gestand, eher ein Kinomensch zu sein und "immer Berührungsängste" mit dem Theater gehabt zu haben. Nun hat er einen Text verfasst, den Komponist Johannes Maria Staud vertont hat. Das Ganze wird in der Helmut List Halle als eine Art installative Konzertperformance mit Johannes Silberschneider als Sprecher zu sehen sein.

Das Festivalzentrum im GrazMuseum wird vom italienischen Architekturkollektiv "orizzontale" gestaltet. Hier findet nicht nur die zentrale "herbst"-Ausstellung "Hall of Half-Life" - eine Beschäftigung mit der Halbwertszeit, kuratiert von der Neuseeländerin Tessa Giblin - statt, sondern auch das "temporär feministische Nagelstudio" von Phoebe Davies wird hier betrieben. Der Grazer Historiker Joachim Hainzl errichtet hier aus weggegebenen und -geworfenen Büchern, Briefen oder Fotoalben ein Archiv des entsorgten Wissens mit dem Titel "Recycled History".

Auf dem Programm stehen wieder zahlreiche Uraufführungen, so auch "7 Pleasures" der dänischen Choreografin Mette Ingvartsen, "Luise 37" mit den Rabtaldirndln oder "The Music of Sound", wo The Loose Collective nationale Identität und Zugehörigkeit hinterfragen wird. Das obersteirische Vordernberg - in die Schlagzeilen gerückt wegen des neuen und kaum frequentierten Schubhaftzentrums - bildet die Kulisse zu zwei Projekten: "Die Heimkehr der Eleonore Nesterval" der Gruppe Nesterval ist eine Performance rund um eine verloren gelaubte Tochter des Ortes, während das Theater im Bahnhof in "Black Moonshine" die Veränderungen des Orts durch Schubhaftzentrum und Schnapsbrennerei erzählt.

Zu Gast ist außerdem wieder das Nature Theatre of Oklahoma, copy & waste mit "Knick-knack to the Future - Ruckzuck in die Zukunft" oder der argentinische Autor und Regisseur Mariano Pensotti. Von 8. bis 11. Oktober findet das "musikprotokoll" mit zahlreichen Uraufführungen statt.

(Quelle: S24)

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