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Sturm in Österreich weniger schlimm als befürchtet

Das Sturmtief "Fabienne", das in Deutschland große Schäden angerichtet und auch eine Tote gefordert hat, ist in der Nacht deutlich abgeschwächt nach Österreich gekommen. Hierzulande waren die Auswirkungen weniger dramatisch als befürchtet. Meteorologen reduzierten die Sturmwarnung bereits in der Nacht, weil starke Gewitter in Bayern die Front erheblich abgeschwächt hatten.

Der erste Herbststurm dieses Jahres ist mit Windspitzen über 100 km/h über Österreich gefegt. Die höchste Wert wurde nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Sonnwendstein (1.500 m Seehöhe) im niederösterreichischen Semmeringgebiet mit 153,7 km/h gemessen. Aber auch die Niederungen bekamen die Ausläufer des Tiefs "Fabienne" zu spüren.

An zweiter Stelle der Sturmspitzen lag der Buchberg (460 m Seehöhe) im Wienerwald mit 137,2 km/h, gefolgt vom Feuerkogel (1.618 m) in Oberösterreich mit 127,1 km/h. Dahinter landeten Reichenau a.d. Rax (488 m) mit 120,6 km/h, die Wiener Jubiläumswarte (450 m) mit 119,9 km/h und der Schöckl (1.443 m) im Grazer Bergland mit 119,2 km/h. Recht stürmisch fiel die Nacht auch in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Wiener Neustadt mit 101,5 km/h aus. In Ranshofen bei Braunau (OÖ) brachte es "Fabienne" auf 96,5 km/h. Knapp über 90 km/h lagen die Spitzen laut ZAMG beispielsweise noch in Kremsmünster, Eisenstadt und Gröbming, knapp darunter in der Wiener Innenstadt.

"Fabienne" verschonte Österreich großteils

Die Schäden in Österreich hielten sich in Grenzen. In Maria Enzersdorf in Niederösterreich wurde ein Veranstaltungszelt auf dem Freizeitgelände Südstadt schwer beschädigt, teilte die dortige Freiwillige Feuerwehr mit.

Die Zahl der Sturmeinsätze in Niederösterreich dürfte deutlich geringer als befürchtet ausfallen, teilte Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando am Montag mit. Vorerst wurden laut Resperger lediglich sieben Sturmeinsätze in Niederösterreich registriert. "Es werden vermutlich noch einige folgen, die von den Wetterexperten befürchtete hohe Zahl wird es zum Glück aber nicht werden." Die Feuerwehren hätten aufgrund der düsteren Prognosen natürlich alle Vorbereitungen treffen müssen. "Wenngleich wir sehr froh sind, dass die Sturmkatastrophe ausgeblieben ist", betonte der Feuerwehrsprecher in seiner Zwischenbilanz.

Die Wiener Feuerwehr meldete in der Nacht rund zwei Dutzend Einsätze, Großeinsatz oder Personenschäden habe es keine gegeben, teilte Berufsfeuerwehrsprecher Christian Feiler der APA mit.

140 Feuerwehreinsätze in Oberösterreich

Der erste Herbststurm hat in Oberösterreich rund 140 Einsätze von 130 Feuerwehren ausgelöst. Die 2.100 Helfer beseitigten umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, die Verkehrswege blockierten. Das teilte das Landesfeuerwehrkommando in einer Presseaussendung am Montag mit. Darüber hinaus gab es keine Einsätze. Meldungen über Verletzte lagen nicht vor.

Umgestürzte Bäume und Sachschäden in Tirol

Im Tiroler Unterland hat das Sturmtief vereinzelt zu umgestürzten Bäumen und Sachschäden geführt. In Kirchdorf (Bez. Kitzbühel) wurde etwa ein Hausdach zur Hälfte abgetragen, in Rettenschöss (Bez. Kufstein) stürzte ein umgerissener Baum auf einen Pkw. Der 51-jährige Fahrer musste mit einer Bergeschere befreit werden, er blieb unverletzt.

In den Orten Erpfendorf, Kirchdorf und Kössen im Bezirk Kitzbühel stürzten zwischen 22.30 Uhr bis 23.30 Uhr auch mehrere Bäume auf die Straßen. Verletzt wurde niemand. In Kössen fiel ein Baum zudem auf ein Hausdach. Bei dem Vorfall in Rettenschöss schlug der Baum mit einem Durchmesser von rund 50 Zentimetern im Bereich der Windschutzscheibe des auf einer Landesstraße fahrenden Autos ein. Am Fahrzeug entstand Totalschaden.

(APA)

Aufgerufen am 09.12.2018 um 10:21 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/sturm-in-oesterreich-weniger-schlimm-als-befuerchtet-60268822

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