Jetzt Live
Startseite Welt
Welt

Suche nach Flugzeugwrack gestoppt

Schiffe verlassen das Suchgebiet Salzburg24
Schiffe verlassen das Suchgebiet

In einer der unwirtlichsten Meeresregionen der Welt wird die Suche nach Wrackteilen des verunglückten Flugzeugs der Malaysia Airlines zur Geduldsprobe. Schlechtes Wetter zwang elf Suchmaschinen am Donnerstag zur vorzeitigen Rückkehr an ihren Stützpunkt bei Perth in Westaustralien. Auf neuen Bildern eines thailändischen Satelliten sind unterdessen weitere Trümmer entdeckt worden.

Die Gegenstände seien rund 2.700 Kilometer südwestlich der australischen Stadt Perth gesichtet worden. Ob es sich um Teile der vermissten Boeing 777 handle, sei unklar, sagte der Chef der thailändischen Raumfahrtbehörde Gisda, Anond Snidvongs. In dem Gebiet wurden bereits zahlreiche Objekte im Meer treibend gesichtet. Schiffe und Flugzeuge aus mehreren Ländern suchen dort nach einer Spur der Maschine der Malaysia Airlines.

Die größte Suchaktion in der internationalen Luftfahrtgeschichte hatte am Mittwoch neuen Auftrieb bekommen. Auf französischen Satellitenaufnahmen war genau im Suchgebiet über viele Kilometer verbreitet eine Art Trümmerfeld entdeckt worden. Die Experten glauben, das 122 Teile von der Boeing 777-200 stammen könnten, die nach ihrer Überzeugung am 8. März nach einem stundenlangen Irrflug im Indischen Ozean abstürzte.

Um die Teile aber als Wrackteile identifizieren zu können, muss entweder eines der Suchflugzeuge Nahaufnahmen machen oder eines der Schiffe ein Teil bergen. Das gelang bis Donnerstag nicht. Auf dem Satellitenbild könnte auch gewöhnliches Treibgut zu sehen sein.

Das Suchgebiet liegt mindestens drei Flugstunden von jeder Landmasse entfernt. Es ist berüchtigt für schwere Stürme und aufgewühlte See mit meterhohen Wellen, oft erschweren tiefe Wolken die Sicht. Die Wetterbedingungen waren zu gefährlich für niedrige Überflüge. Dennoch: "Die Schiffe sind vor Ort geblieben und suchen weiter", teilte die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mit.

In den USA sollen nach Medienberichten Millionenklagen gegen Malaysia Airlines vorbereitet werden. Eine Anwaltskanzlei aus Chicago rechne damit, dass sich jede zweite betroffene Familie einer Sammelklage anschließe, berichtete die malaysischen Zeitung "The Star". Die Zeitung bezog sich auf eine Anwältin, die in Kuala Lumpur mit Reportern gesprochen habe. Malaysia Airlines stelle sich auf Klagen der Angehörigen ein, sagte eine Sprecherin. "Es ist ihr gutes Recht. Wir setzen uns damit auseinander, wenn es kommt."

32 Menschen an Bord waren über Chinas größten Versicherungskonzern China Life versichert, wie ein Unternehmenssprecher der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua sagte. Das Unternehmen habe etwa die Hälfte der Entschädigungssumme von etwa neun Millionen Yuan (rund eine Million Euro) bereits überwiesen. Das Unternehmen Sunshine Insurance hat laut Xinhua 500.000 Yuan an drei Familien ausgezahlt. In der Maschine waren 239 Menschen, davon fast zwei Drittel Chinesen. Chinesische Angehörige und die Regierung hatten die malaysischen Behörden wegen verwirrender und schleppender Information zu dem Unglück scharf kritisiert.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 27.02.2021 um 01:27 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/suche-nach-flugzeugwrack-gestoppt-45017062

Kommentare

Mehr zum Thema