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"Surfing" - Hans Weigand macht die Welle im 21er Haus

Das 21er Haus bietet viel Raum Salzburg24
Das 21er Haus bietet viel Raum

Fünfzehn Jahre ist es her, dass Hans Weigand eine umfassende Schau in Österreich gewidmet war. Nun legt das 21er Haus des Belvederes jedoch vor und bietet mit "Surfing" einen breiten Querschnitt durch das verblüffend vielgestaltige Oeuvre des Tirolers. So ist Weigand mit den rund 120 Arbeiten unter anderem als Grafikdesigner, Fotograf und Filmer, Maler, Musiker und Holzschnitzer zu erleben.

Einer der wenigen verbindenden Fixpunkte ist dabei: Weigand macht die Welle. In vielen Arbeiten schäumt die Gischt aus den Bildern, die vielfach Katsushika Hokusais berühmte japanische Wellenbilder zitieren, wobei sich beim zeitweise in Los Angeles beheimateten Weigand meist ein Surfbrett ins Bild schummelt - einer der Gründe für den Titel der Schau.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die meist großformatigen Drucke, in denen Weigand seine Visionen von Monumentalarchitektur verwirklicht. Dabei lebt der Kunstschaffende seine Faszination für die Kupferstiche des 16. und 17. Jahrhunderts aus, indem er aus ihnen kleinste Fragmente destilliert und diese dann zu neuen Formen zusammensetzt, etwa zu einer "Satellitenschüssel aus dem 16. Jahrhundert".

Die restlichen Verästelungen des Weigandschen Universums sind in einem "Wunderkammer" betitelten Ausstellungsabschnitt zusammengefasst. Dieser dient als Rumpelkammer im positiven Sinne, die unbekannte Preziosen bereit hält. Eine Auswahl von Fotoarbeiten wie "Discoboys", für die Weigand 24 Archetypen der Nachteulen in den 1970ern nachgestellt hat, finden sich hier ebenso wie Filmprojekte in Kooperation mit Heimo Zobernig. Beschallt werden die Räumlichkeiten durch den Ton der Performance "Demon Brothers", für die Weigand 2014 im 21er Haus Tiroler Faschingsfiguren im lautvollen Holzkostüm springen ließ.

"Das Schöne ist, dass er so vielseitig ist, und dennoch gibt es einen roten Faden", freute sich Belvedere-Chefin Agnes Husslein-Arco am Montag bei der Präsentation der Schau über Weigands Werk. "Für Hans Weigand war der technische Wandel ein steter Begleiter", verwies Kurator Mario Codognato auf den hierarchiefreien Variantenreichtum seines Oeuvres.

Und dieser Schaffensdrang machte auch nicht vor dem 21er Haus Halt, von dem sich Weigand selbst begeistert zeigte: "Jeder österreichische Künstler, der dieses Haus erstmals betritt, ist überwältigt von der ungebrochenen Modernität." Dennoch hat der 1954 geborene Künstler der Ausstellungsarchitektur im Obergeschoß neue Aspekte abgetrotzt, indem er Wände durchbrach, einen begehbaren Schrifttunnel angelegt und einen theoretisch fahrbaren Raum mit Gemälden angelegt hat. Den könnten Besucher hypothetisch sogar drehen: "Animieren tue ich niemanden, aber theoretisch geht's."

Die musikalische Seite des Vielarbeiters ist beim Sommerfest des 21er Hauses am Sonntag (21. Juni) zu erleben, wenn Weigand mit seiner Band Nancy Transit & CC2 aufspielt. Am 25. Juni werden im Haus dann in Anwesenheit von Weigand zwei Filme, darunter sein Projekt "Jerry Cotton 2001", gezeigt, am 1. Juli ist ein Künstlergespräch zwischen Weigand und Kurator Codognato angesetzt.

SERVICE: "Hans Weigand: Surfing" im 21er Haus, Arsenalstraße 1, 1030 Wien von 17. Juni bis 13. September. Geöffnet Freitag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Mittwoch und Donnerstag bis 21 Uhr. Dazu erschienen der Katalog "Hans Weigand - Surfing", herausgegeben von Agnes Husslein-Arco und Mario Codognato, Belvedere Eigenverlag, 160 Seiten, 29 Euro.)

(Quelle: S24)

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