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Telekom-Branche bietet Regierung "Digital New Deal" an

Tausende Jobs könnten generiert werden, verspricht die Branche Salzburg24
Tausende Jobs könnten generiert werden, verspricht die Branche

Die Telekom- und IT-Branche erhofft sich von der Regierung unter dem neuen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) mehr Verständnis für ihre Anliegen und bietet ihr einen "Digital New Deal" an. Wenn die Politik den beschleunigten Ausbau des Breitband-Internets unterstützt, könnte die IKT-Branche bis 2020 rund 10.000 neue Jobs schaffen, von denen jeder drei weitere in anderen Branchen generieren würde.

Es gehe darum, wirtschaftliche Anreize für Unternehmen zu setzen, in IKT (Informations- und Kommunikationstechnik) zu investieren, sagte Norbert Schöfberger, Präsident der Internetoffensive Österreich (IOÖ) und Geschäftsführer von Hewlett Packard Enterprise, heute (Montag) bei einer Pressekonferenz in Wien. "Wir empfehlen als Internetoffensive Österreich ganz klar, zum Beispiel das Instrument der Vorzeitigen Abschreibung für Investitionen im digitalen Umfeld und Dienstleistungen, die mit der Beschleunigung im digitalen Weiterkommen verbunden sind, wieder zugänglich zu machen."

Die Branche geht davon aus, heuer ein Wachstum von 3,3 Prozent erreichen zu können, also etwa doppelt so stark zu wachsen wie die Wirtschaft insgesamt. Man wolle und müsse diesen Trend unterstützen "im Sinne von einem Digital New Deal, den wir der Bundesregierung anbieten", sagte Schöfberger. Dafür habe man einen Katalog von 52 Maßnahmen erarbeitet, um Österreich im weltweiten Vergleich nach dem Networked Readiness Index von der derzeit 20. Stelle bis 2025 wieder unter die Top 5 zu bringen.

Zu den wichtigsten Forderungen der IOÖ zählen die Sicherstellung der Breitbandmilliarde für die nächsten Jahre und eine deutliche Vereinfachung des Vergabeprozesses. "Von überzogenen Verwaltungsabgaben sowie zusätzlichen steuerlichen Belastungen der Breitbandinfrastruktur muss abgesehen werden", lautet eine weitere der "High-Level-Forderungen".

Errichtung und Ausbau von Infrastruktur auf öffentlichem Grund sollen von der öffentlichen Hand stärker unterstützt, behördliche Genehmigungsverfahren vereinfacht und beschleunigt und Frequenzen billiger in transparenten Verfahren vergeben werden.

"Für mich ist der Breitbandausbau die Lebensader für unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft", sagte die Chefin der A1 Telekom Austria, Margarete Schramböck. Dabei komme es sehr auf das Tempo des Ausbaus an. "Wir müssen rasch breitbandiges Internet zu den Haushalten und Unternehmen bringen, um wettbewerbsfähig zu sein am Markt. Österreich darf hier nicht weiter zurückfallen.

Peter Lenz, Konzern-CIO (Chief Information Officer) der ÖBB, wünscht sich eine stärkere Ausrichtung der Ausbildung an IKT-Themen. Es sei wichtig, in den Universitätsstudiengängen die nötigen einschlägigen Kompetenzen zu vermitteln, aber auch Basiskompetenzen in den Schulen - "da kann man sogar bis in die Volksschule und vielleicht sogar auch in den Kindergarten gehen". Laut Studien der EU-Kommission würden bis 2020 rund 800.000 IT-Fachkräfte in der EU fehlen, sagte Lenz. In Österreich seien es schon jetzt 3.000 IT-Fachkräfte.

Ein schwieriges Thema sei die "Netzneutralität", sagte T-Mobile-Austria-Chef Andreas Bierwirth. Natürlich könnte man Netzneutralität plakativ als "alles muss gleich sein" interpretieren, "das wäre populistisch gesehen natürlich der einfachere Weg". Es könne aber durchaus sinnvoll sein, bestimmte Inhalte schneller zu transportieren, etwa beim autonomen Fahren. Dem neuen Bundeskanzler seien jedenfalls die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung bekannt, sagte Bierwirth.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.09.2021 um 12:43 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/telekom-branche-bietet-regierung-digital-new-deal-an-52241407

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