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"Terrorakt" in Neuseeland

Angreifer schrieb "Vienna 1683" auf Waffe

Bei bewaffneten Angriffen auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch sind nach Angaben der Polizei 49 Menschen getötet worden. 20 weitere seien schwer verletzt worden, sagte Regierungschefin Jacinda Ardern am Freitag. Die Angriffe seien als "Terroranschlag" zu werten, der offenbar "gut vorbereitet" gewesen sei. Mit Schriftzügen auf Magazinen bezog sich der mutmaßliche Attentäter offenbar auf die Türkenbelagerung in Wien.

Die mutmaßlichen Angreifer seien aber nicht auf Terrorlisten gewesen. An Autos seien zwei Sprengsätze gefunden worden, sagte Ardern. Diese seien entschärft worden. Premierministerin Ardern verurteilte den "außergewöhnlichen und beispiellosen Gewaltakt".

Neuseeland, Christchurch, Terror, Grafik APA

Angreifer verweist auf "Vienna 1683"

Auf Twitter kursieren Bilder der Trommelmagazine des mutmaßlichen Schützen. Auf diesen hatte er in weißer Farbe verschiedene Namen und auch ein Datum geschrieben. Die Aufschrift "Vienna 1683" bezieht sich wohl auf die Zweite Türkenbelagerung in Wien. Diese dauerte von 14. Juli bis zum 12. September 1683. Auch einige der Namen sollen in Zusammenhang mit der Schlacht am Kahlenberg stehen.

Widmung für Moschee-Angreifer

Die Bilder hatte der Mann gemeinsam mit einem Manifest mit dem Titel "The Great Replacement" wenige Stunden vor dem Blutbad in der Moschee über einen nun gelöschten Twitter-Account verbreitet. Das berichtet die Tageszeitung "Heute" online. Die Widmungen beziehen sich laut der britischen Zeitung "The Guardian" nicht nur auf Wien, sondern etwa auch auf einen Mann, der 2017 in einer Londoner Moschee Muslime angegriffen und einen Mann getötet hat.

Höchste Sicherheitsstufe in Neuseeland

Die vier Festgenommenen hätten extremistische Ansichten. Landesweit sei die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen worden.

Die Angriffe waren in der Masyid-al-Noor-Moschee (Masjid-al-Noor-Moschee) im Stadtzentrum von Christchurch und in einer Moschee im Vorort Linwood verübt worden. Sie ereigneten sich während des Freitagsgebets. Die Polizei nahm vier Verdächtige fest, darunter eine Frau.

Premier spricht von rechtsextremem Hintergrund

Der Angriff auf die Masyid-al-Noor-Moschee wurde nach Angaben von Australiens Premier Scott Morrison von einem "rechtsextremen, gewalttätigen Australier" verübt. Er sprach den Neuseeländern sein Mitgefühl aus. Im Internet kursierte ein Video der Tat, das von dem 28-Jährigen mutmaßlichen Angreifer stammt. Offenbar trug er dabei eine Helmkamera.

Der genaue Ablauf der Attacke war auch nach Stunden noch unklar. Für den Pazifikstaat ist es eine der schlimmsten Gewalttaten der jüngeren Geschichte. Aus Sorge vor weiteren Angriffen riegelte die Polizei Schulen und andere öffentliche Gebäude stundenlang ab. An die Bevölkerung - insbesondere an Muslime - appellierte sie, zuhause zu bleiben: "Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen."

Bewaffneter drang in Moschee in Christchurch ein

Nach Augenzeugenberichten begann der Angriff gegen 13.45 Uhr (1.45 Uhr MEZ). Ein bewaffneter Mann drang in eine Moschee in der Innenstadt ein, wo sich zur Mittagsstunde mehr als 300 Menschen zum Freitagsgebet versammelt hatten, und schoss mit einer Schnellfeuerwaffe um sich. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Später fielen auch noch in einer anderen Moschee Schüsse.

Einer der überlebenden Gläubigen, Mohan Ibrahim, berichtete der Zeitung "New Zealand Herald" von einem "Schockmoment". "Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen." Ein anderer Zeuge, Ahmad Al-Mahmoud, sagte: "Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein." Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab.

Die Polizei nahm insgesamt vier Verdächtige fest: drei Männer und eine Frau. Auf einem Video ist zu sehen, wie mehrere bewaffnete Beamte einen Mann aus einem weißen Auto ziehen, das zuvor offensichtlich gerammt wurde. Nach Angaben von Polizeisprecher Mike Bush wurden an mehreren Autos Sprengsätze entdeckt.

Muslimische Minderheit in Neuseeland

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50.000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum. Die Stadt Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats. Bürgermeisterin Lianne Dalziel sagte: "Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann."

(APA)

(Quelle: Apa/Ag.)

Aufgerufen am 27.05.2019 um 01:31 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/terrorakt-in-neuseeland-angreifer-schrieb-vienna-1683-auf-waffe-67277635

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