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Tibeter steckte sich in China in Brand

Zum ersten Mal seit September hat sich in China ein Tibeter aus Protest gegen die Politik Pekings in seiner Heimat angezündet. Der Mann habe sich am Dienstagfrüh vor einer Polizeistation im Bezirk Xiahe der westlichen Provinz Gansu in Brand gesteckt, meldete die Aktivistengruppe International Campaign for Tibet (ICT) und der US-Rundfunksender Radio Free Asia (RFA). Er erlag seinen Verletzungen.

Die Lage in der Gegend sei angespannt und die Sicherheitsmaßnahmen seien erhöht worden. Die Selbstverbrennung ereignete sich am Tag eines bedeutenden buddhistischen Festes. Den Berichten zufolge waren zuvor die Kontrollen unter den Tibetern verschärft worden. Nach Zählung der RFA steckten sich seit 2009 insgesamt 130 Menschen in Tibet und den angrenzenden Provinzen in Brand, doch gab es zuletzt nur noch selten derartige Protestaktionen.

Die Tibeter klagen über religiöse Unterdrückung und angesichts des zunehmenden Zuzugs von Han-Chinesen über soziale Marginalisierung in ihrer Heimat. Das geistige Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, rief unterdessen die "freie Welt" auf, sich weiter für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit in China einzusetzen. In einem Interview mit dem britischen Rundfunksender BBC sagte der exilierte Geistliche, der Westen habe eine "moralische Verantwortung" dazu. Er könne aber verstehen, dass der Westen aus "Geldgründen" bestrebt sei, gute Beziehungen mit der Wirtschaftsmacht China zu pflegen, sagte der Dalai Lama.

(Quelle: S24)

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