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Tierversuche: VW testete Dieselabgase an Affen

Affen musste Abgase stundenlang einatmen APA (Symbolbild)
Affen musste Abgase stundenlang einatmen

Es klingt wie ein böser Witz, ist aber ein todernstes neues Kapitel im Abgas-Skandal: Um zu zeigen, wie unschädlich "saubere" Diesel angeblich sind, soll eine Lobby-Gruppe deutscher Autobauer im Jahr 2014 zehn Affen gezielt Schadstoffen ausgesetzt haben. Das berichtete die "New York Times" unter Berufung auf Gerichtsunterlagen und Regierungsdokumente. Inzwischen haben sich VW und Daimler für die Affentests entschuldigt.

Demnach wurden die Tiere vier Stunden lang in Räumen mit Auspuffgasen eines - mit manipulierter Abgastechnik ausgestatteten - VW Beetles eingesperrt.

Die Studie sollte zeigen, dass die Schadstoffbelastung von Dieselautos dank moderner Abgasreinigung deutlich gesunken ist. Ziel soll gewesen sein, eine Studie der Weltgesundheitsorganisation zu kontern, die Dieselabgase 2012 als krebserregend eingestuft hatte.

VW an Studie federführend

Das Ganze sei Teil einer Studie gewesen, die beweisen sollte, dass die Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Die "Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor" (EUGT), eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative, soll die Untersuchung bei einem Forschungslabor in Albuquerque in Auftrag gegeben haben. Federführend sei VW gewesen.

VW entschuldigt sich

 

"Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten", teilte der Konzern am Samstag mit. Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. "Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner."

Großaktionär Niedersachsen teilte am Samstag mit, die Vertreter des Landes im Aufsichtsrat drängten auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse aus dem Jahr 2014, von denen sie durch die Medien erfahren hätten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden. "Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Wenig später kam auch die Entschuldigung von Daimler. Der Autokonzern verspricht, die Hintergründe einer umstrittenen Studie aufzuklären, bei der Affen in den USA gezielt Dieselabgasen ausgesetzt worden waren. Daimler teilte am Samstag mit, man habe eine Untersuchung eingeleitet. "Wir halten die Tierversuche in der Studie für überflüssig und abstoßend", hieß es.

(APA/dpa)

(Quelle: S24)

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