Jetzt Live
Startseite Welt
Ab Freitag

Deutscher Grenzübertritt nur mit Bescheinigung

Tiroler Berufspendler brauchen Nachweis vom Arbeitgeber

Deutschland, symb_grenzkontrolle, symb_grenze APA/dpa/Matthias Balk
Ab Freitag müssen berufliche Pendler eine Bestätigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind. (SYMBOLBILD)

Tiroler Berufspendler dürfen noch bis Donnerstagnacht ohne eine spezielle Bescheinigung ihres Arbeitgebers in Bayern die deutsche Grenze passieren. Ab Freitag müssen sie dann eine Bestätigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind.

Bis Donnerstag 24 Uhr sei die Vorlage des Arbeitsvertrages an der Grenze ausreichend, hieß es am Mittwoch aus dem deutschen Innenministerium. Die Frist, die ursprünglich in der Nacht auf Mittwoch hätte auslaufen sollen, sei auf Bitte der sächsischen Landesregierung um zwei Tage verlängert worden.

Nur systemrelevante Pendler dürfen passieren

Ab Freitag müssen berufliche Pendler dann eine Bestätigung vorlegen, aus der hervorgeht, dass sie bei einem systemrelevanten Arbeitgeber beschäftigt sind und von diesem zwingend für die Aufrechterhaltung des Betriebs benötigt werden. Hintergrund der Verlängerung ist dem Vernehmen nach, dass man den Arbeitgebern nach der erst jetzt erfolgten amtlichen Veröffentlichung der geänderten sächsischen Quarantäneverordnung Zeit geben musste, um sich auf die neuen Regelungen vorzubereiten. Um Verwirrung und eine Ungleichbehandlungen an den Grenzübergängen in Sachsen und Bayern zu verhindern, wurde die Frist dann auch für den bayerischen Grenzabschnitt verlängert.

Strenge Grenzkontrollen an Tiroler Grenze

Tschechien und der größte Teil Tirols gelten seit Sonntag als Gebiete, in denen sich mutierte Varianten des Coronavirus bereits stark verbreitet haben. Von hier dürfen – von einigen Ausnahmen abgesehen – fast nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland einreisen. Deutschlands Innenminister Horst Seehofer (CSU) ordnete in Absprache mit Bayern und Sachsen stationäre Kontrollen an diesen Grenzabschnitten an. Für Berufspendler aus bestimmten Branchen gibt es Ausnahmen.

Scharfe Kritik an Deutschland

Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) kritisierte die deutsche Regelung erneut scharf. Die deutschen Maßnahmen seien "praxis- und weltfremd", sagte Schallenberg der "Kleinen Zeitung" (Mittwochausgabe). "Wir reden immerhin von einer der ganz wesentlichen, wenn nicht der wesentlichsten Wirtschaftsarterie des gesamten europäischen Binnenmarktes. Hier so über das Ziel hinauszuschießen ist fahrlässig."

Er verwies darauf, dass nicht nur Österreich, sondern auch Frankreich und Luxemburg wegen des deutschen Vorgehens besorgt seien. Parallelen zu Ischgl wies Schallenberg zurück. "Wo Fehler begangen wurden, muss man daraus lernen." Aber Österreich habe bei der ersten Welle sehr gut reagiert. "Wir waren eines der Länder, das am ungeschorensten blieb. In der EU mit dem Finger aufeinander zu zeigen, das bringt nichts. Das tun wir nicht, das ist nicht unsere Art. Es wäre fein, wenn auch unsere deutschen Nachbarn das unterließen."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 06.03.2021 um 05:29 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/tiroler-pendler-brauchen-bescheinigung-an-deutscher-grenze-99930025

Kommentare

Mehr zum Thema