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Tränengas-Einsatz bei Protesten in Kalifornien

Bei einem Protest gegen Polizeigewalt in den USA hat die Polizei in Kalifornien Tränengas und Gummigeschoße gegen Demonstranten eingesetzt. Der Einsatz sei das Ergebnis einer lauten, von Randale geprägten Nacht in Berkeley bei San Francisco gewesen, berichteten die Medien. Ein Polizist wurde verletzt, mindestens sechs Menschen wurden festgenommen.

Nach Schätzungen eines Reporters standen zeitweise mindestens 1.500 Demonstranten rund 100 Polizisten gegenüber. "Demonstranten haben Sandsäcke, Rohre, Steine, Autospiegel und Rauchgranaten auf Polizisten geworfen", twitterte die Polizei. Zudem wurden mehrere Geschäfte nahe dem Campus der Universität Berkeley geplündert und Polizeiautos beschädigt.

In New York waren die Proteste am Wochenende abgeebbt. Einige Dutzend Demonstranten legten sich am Samstag erneut zum "Die-In" auf den Boden der Wartehalle im Grand Central Bahnhof. Der symbolische Akt soll an die letzten Minuten von Eric Garner erinnern, der im Würgegriff der Polizei auf einer Straße gestorben war.

Die jüngsten Vorfälle lassen in den USA die Rufe nach einer Justiz- und Polizeireform lauter werden. "Lasst uns alles tun, um weitere derartige Situationen zu verhindern", sagte der Aktivist Kevin Powell am Samstag in seiner Trauerrede für den im November erschossenen 28-jährigen Akai Gurley.

In der Nacht auf Sonntag waren landesweit erneut zahlreiche Menschen gegen Polizeigewalt und Rassismus auf die Straße gegangen. "Das ist modernes Lynchen, immer und immer wieder", sagte Powell bei der Trauerfeier in einer Baptistenkirche im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Unter den hunderten Teilnehmern waren Vertreter der Stadtverwaltung und Bürgerrechtler. Er forderte, dass gegen den Polizisten Anklage wegen Totschlags erhoben wird. Der Geistliche Clinton Miller kündigte an, Kirche und Aktivisten würden sich weiter für Gerechtigkeit einsetzen. "Wir werden weiter für das Recht in diesem Land und in dieser Welt kämpfen", sagte er bei der Beisetzung.

Der tragische Vorfall ereignete sich am 20. November in Brooklyn. Gurley ging mit seiner Freundin in einem dunklen Treppenhaus nach unten, weil der Aufzug nicht fuhr. Der junge Polizist Peter Liang zog seine Waffe und tötete Gurley, ohne dass sich der Vater einer kleinen Tochter verdächtig verhalten hätte, wie der Schütze selbst einräumte. Einem Medienbericht zufolge rief Liang keinen Krankenwagen, sondern schrieb zuerst eine SMS an seine Gewerkschaft.

New Yorks Polizeichef Bill Bratton sagte nach dem Vorfall, Gurley sei unschuldig gewesen und "versehentlich" getötet worden. Eine sogenannte Grand Jury soll über eine Anklageerhebung gegen den Polizisten entscheiden. Der zuständige Richter Ken Thompson versprach eine "vollständige und faire Untersuchung". Er versprach, der Jury "alle Informationen zu geben, die sie braucht, um ihre Aufgabe zu erfüllen".

Der Fall reiht sich ein in eine ganze Serie von tödlichen Schüssen oder Tätlichkeiten weißer Polizisten, denen Schwarze zum Opfer fielen. Sowohl nach dem Tod des unbewaffneten 18-Jährigen Michael Brown in Ferguson im August als auch nach dem mit einem Würgegriff getöteten Eric Garner in New York im Juli entschieden Grand Jurys, dass sich die Polizisten nicht vor Gericht verantworten müssen.

Inmitten der Proteste war am Donnerstag ein weiterer Fall bekannt geworden, bei dem ein Schwarzer in Arizona von einem weißen Beamten erschossen wurde. Der Polizist ging fälschlicherweise davon aus, dass Rumain Brisbon bewaffnet sei. Der Schwarze hatte aber lediglich eine Medikamentenpackung in der Tasche. Im November wurde überdies in Cleveland in Ohio ein zwölfjähriger schwarzer Bub durch Polizeischüsse getötet, weil die Beamten seine Spielzeugpistole für echt hielten.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 13.04.2021 um 12:25 auf https://www.salzburg24.at/news/welt/traenengas-einsatz-bei-protesten-in-kalifornien-46153873

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